Tag 14 – Zion Narrows, eine großartige Wanderung

Nach einer erneuten Dusche (die nächsten zwei Tage auf dem FCFS Campground gibt es keine) und einem kleinen Frühstück fahren wir direkt in den Park auf den South Campground. Wir sind so früh da, dass FCFS kein Problem darstellt. Wir nehmen einen Platz mit ein bisschen Schatten in der Nähe des Visitor-Centers. Der vorbeifließende Virgin River ist ebenfalls sehr nah.

Prägnantes Fotomotiv am Eingang zum Zion National Park: Checkerboard Mesa

Prägnantes Fotomotiv am Eingang zum Zion National Park: Checkerboard Mesa

Wir wollen hier zwei Tage bleiben. Es gibt fließendes Wasser, aber keine Duschen. Der Fluss eignet sich bei dem Wetter (leider wieder fast 40°C) aber gut zum Baden. Mit unserem Bio-Duschzeug ist auch eine richtige Wäsche möglich.

Unser Ziel heute ist die Zion Narrows Wanderung. Die Wanderung ist sehr beliebt und ihr ist eine ganze Seite in der Parkzeitung gewidmet. Die Wanderung geht die meiste Zeit durch den Fluss, man hat also die ganze Zeit nasse Füße. Wir fragen uns, wie wir das machen sollen. Barfuß ist nicht möglich, da die Steine unter Wasser rutschig und spitz sein können und der Fluss eine gute Strömung hat. Wasserfeste Trekkingsandalen haben wir nicht. Wir entscheiden uns, unsere normalen Wanderschuhe und Wandersocken zu verwenden. Im Nachhinein war diese Entscheidung super. Die Schuhe haben nichts abbekommen und sehen so aus wie vorher. Sie trocknen bei diesem Temperaturen sehr schnell. Auf der Wanderung haben wir gesehen, dass viele sich Schuhe geliehen haben. Wo genau, weiß ich nicht, wahrscheinlich in Springdale, im Süden des Parks. Bei kälteren Temperaturen gibt es sogar Neoprensocken zu leihen.

Wir nehmen auf die Wanderung viel Wasser mit, eine Getränkeflasche und eine Gallonenflasche, mit der wir die keine Flasche immer wieder auffüllen. Dazu ein Trail-Mix, der Nüsse, Rosinen und so was wie Smarties enthält. Nicht gut. Die Smarties sind alle kaputt und bei der Hitze zerlaufen. Lieber ein klassisches Studentenfutter nehmen. Außerdem packen wir noch Chips (Elektrolyte) ein.

Dort wo man aus dem Shuttle aussteigt wird über das aktuelle Risiko einer Sturzflut informiert. Heute ist dieses sehr unwahrscheinlich.

Der erste Teil der Wanderung ist trocken und viele gehen auch nur diesen Teil. Dort wo der nasse Teil beginnt, nehmen wir uns jeder einen Stock. Die stehen dort an die Wand gelehnt und sind zur freien Verfügung. Nach der Wanderung stellt man seinen Stock wieder dorthin. Ein Stock ist absolut empfehlenswert. Zum einen, um das Risiko zu verringern, in den Fluss zu fallen, zum anderen kann man durch das geringere Risiko schneller laufen. Abrutschen oder Stolpern führen damit nicht gleich zum Vollbad.

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Die Wanderung ist superbeliebt. Es gleicht einer Volkswanderung. Und das obwohl alle durch den Fluss müssen. Es fällt auf, dass die meisten Leute fit aussehen, viele junge Leute und Familien. Manchen ist die Nässe komplett egal und sie baden zwischen durch. Wir versuchen trocken zu bleiben, was uns gelingt. Der Pegel war maximal etwas über Kniehöhe.

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Die Wanderung ist toll und absolut empfehlenswert. Wir laufen ca. 2 h den Fluss entlang. Plötzlich donnert es über uns und es fängt an zu regnen. Der Fluss wird etwas trüber, der Wasserpegel steigt ganz leicht. Das sind die typischen Symptome einer Sturzflut. Viele kehren an Ort und Stelle um, wir laufen noch ein kleines Stück weiter. Unsere Intuition ist scheinbar richtig, da auf dem Rückweg immer noch keine Sturzflut-Warnung angeschlagen ist. Trotzdem ist eine Sturzflut das Risiko Nr. 1 auf dieser Strecke. Wir laufen bis es rechts in den Orderville Canyon geht und drehen dann um. Während des Rückwegs regnet es die ganze Zeit. Der Rückweg geht etwas schneller, da wir zum einen schnell aus dem Regen wollen, aber auch das Laufen mit der Strömung einfacher ist.

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Bis hierhin und zurück: Der Orderville Canyon

Den Rest des Tages gehen wir ruhiger an. Wir baden im Fluss.

Nur einmal benutzen wir den Grill auf dem Campingplatz, zum Trocknen der Schuhe

Nur einmal benutzen wir den Grill auf dem Campingplatz, zum Trocknen der Schuhe

Noch zwei Anmerkungen zum FCFS: Wir haben ein Paar getroffen, die am Vortag (Freitag) um 18 Uhr trotz des Schilds „full“ noch einen Platz gefunden haben. Vielleicht ist es eine gute Strategie, sich nicht direkt abwimmeln zu lassen. An diesem Tag (Samstag) war um 17 Uhr auch das Schild „full“ aufgehängt. Es empfiehlt sich also gerade am Wochenende nicht zu lange zu warten, um einen Platz zu reservieren.

Auf der gesamten Reise sind wir vielen recht zutraulichen Tieren begegnet. Sie scheinen kaum Angst vor den Menschen zu haben und man kann sich ihnen bis auf einige Zentimeter nähern

Auf der gesamten Reise sind wir vielen recht zutraulichen Tieren begegnet. Sie scheinen kaum Angst vor den Menschen zu haben und man kann sich ihnen bis auf einige Zentimeter nähern.

Kosten
Camping 16 $

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