Weihnachten und Silvester im grünen Gürtel von Auckland

Von der großen Stadt aufs Land

Einen Tag vor Heiligabend (der in Neuseeland eine untergeordnete Rolle spielt, die Bescherung findet nach englischer Tradition am 1. Weihnachtstag morgens statt) sind wir aufs Land gezogen. Eine halbe Stunde mit dem Zug von Auckland entfernt haben wir uns in einer kleinen Hütte einquartiert, die wir über Airbnb gefunden hatten.

Bereits im Zug lies sich eine Veränderung der Natur ausmachen. Allerdings erst kurz vor unserem Ziel. Auckland breitet sich sehr weit aus und die ersten 20 Minuten der Zugfahrt waren noch sehr betonlastig. Doch dann gab es den ersten Vorgeschmack auf das Land. Und das war grün, sehr grün!

Am Bahnhof wurden wir von unserem Vermieter abgeholt. Das ersparte uns eine 3 km-Wanderung mit unserem Gepäck. Viele Reisende mieten ein Auto oder kaufen sich sogar ein Fahrzeug für die Dauer des Aufenthalts. Wir wollen aber schauen, wie weit wir ohne Auto kommen. Das heißt Zug fahren, Bus fahren, trampen und freundlichen Menschen begegenen wie unserem Vermieter.

Die kleine Hütte, die wir bezogen, ist einfach schön. Genau das Richtige für uns und die Festtage, die uns erwarteten. Küche, Ess-, Wohn- und Schlafbereich bilden einen großen Raum. Dazu kommt ein kleines Bad. Es gibt eine gute Internetverbindung, WLAN und einen Fernseher.

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Am Tag vor unserer Ankunft hatten wir uns in Auckland noch mit Lebensmitteln eingedeckt und waren erstmal versorgt.

50 Shades of Green

Am Tag unserer Ankunft haben wir einen kleinen Spaziergang gemacht. Direkt an der Hütte beginnt ein Weg durch das Henderson Valley Scenic Reserve. Für uns Neuankömmlinge in diesem Land war dieser kleine Spaziergang schon beeindruckend. Während wir manche Pflanzen wiedererkannten oder diese zumindest an unsere Heimat erinnerten, waren auch Palmen oder Baumfarne von der Partie. Zusammen ergab es das ein eindrucksvolles grünes Potpourri.

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Zwei Backpacker feiern Weihnachten

An Heiligabend sind wir tagsüber mit dem Fahrrad nach Henderson gefahren. Zum Glück gibt es hier einen sehr schönen Fahrradweg an einem Fluss entlang, denn so gern Tina und ich fahrradfahren, so sehr sind wir auch vom Münsterland geprägt. Zu hügelig oder gar bergig darf es auch wieder nicht sein. Die Fahrräder haben wir von unseren Vermietern ausleihen dürfen, den Tipp mit der tollen Fahrradstrecke gab es dazu.

Abends gab es sogar eine kleine Bescherung. Die Größe der Geschenke hat nichts mit der (Un)artigkeit der Beschenkten zu tun, sondern ist die pragmatische Antwort auf das Leben aus dem Rucksack.

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Das silberne, große Geschenk ist sogar nicht einmal von uns, sondern von unserer Vermieterin: Neuseeländische Schokolade.

Ausflug zum Bethells Beach und zum Auckland City Walk

Erneut haben wir von der Freundlichkeit unserer Vermieter profitieren können, die uns auf einen kleinen Ausflug zum Bethells Beach mitgenommen haben. Der Strand befindet sich an der rauen Küste der Tasmansee und hat dunklen Sand. Wir sind ein bisschen am Strand spazieren gegangen, Badekleidung und Handtuch blieben im Rucksack. Die Aussicht, egal ob in Richtung Meer oder in Richtung der hügeligen (und wieder grünsten) Landschaft, war mal wieder phänomenal.

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Ich übe schon mal das in Neuseeland weitverbreitete Barfußlaufen

Auf dem Rückweg haben wir eine Runde auf dem Auckland City Walk gedreht. Der Name verwirrt ein bisschen, denn von Auckland Downtown sind wir weit entfernt. Stattdessen befinden wir uns in den Waitakere Ranges. Wir bekommen von Brigitte (sie kommt ursprünglich aus Frankreich, ich bitte daher um französische Aussprache) eine botanische Führung. Wir sehen  Kauri-Bäume, einige davon von gigantischer Größe und über 1000 Jahre alt. Die Riesen sind allerdings akut bedroht von einer tödlichen Baumkrankheit Namens Kauri Dieback Disease, für die bisher kein Gegenmittel gefunden wurde und die langsam von Norden kommend den Kauri-Bestand Neuseelands befällt.

Der Spaziergang war eines unser bisherigen Highlights und wir sind dankbar, dass Brigitte uns das möglich gemacht hat. Mit dem Fahrrad wäre das ein bisschen zu weit gewesen.

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Māori-Statue

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Björn, Brigitte und ihr Sohn Jack

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Angeblich ein beliebtes Fotomotiv im ganzen Land. Wir sind gespannt, wie viele Bilderrahmen wir noch zu sehen bekommen.

Echte Kiwis

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Kaum hatte ich mich versucht für die vielen Annehmlichkeiten mit ein paar Muffins bei Brigitte und ihrer Familie zu bedanken, gab es schon die nächste Einladung. Wir durften abends einer kleinen Familienfeier beiwohnen. Neben Onkels, Tanten und Großeltern befanden sich also zwei bleiche deutsche Touristen, die in den Genuss neuseeländischen Rotweins und leckeren Desserts kamen. Tina und Brigitte haben ein bisschen französisch gesprochen, wir haben noch einige Tipps für die nächsten Wochen bekommen und haben entdeckt, dass die Kiwis wirklich gerne barfuß sind. Auch an Weihnachten.

Frohes neues Jahr!

Während ich den Artikel schreibe, geht es auf Mitternacht zu. Ein neues Jahr beginnt, hier 12 Stunden eher als in Deutschland. Wir feiern zwei Jahre nach unserem wunderschönen Urlaub in Westerstede wieder einmal in der Einsamkeit. Morgen geht es dann weiter. Zunächst für einen Tag zurück nach Auckland, dann weiter in Richtung Coromandel. Wir haben in den letzten beiden Tagen die nächsten Wochen auf der Nordinsel geplant und ich bin sicher, dass es großartig wird. Ihr dürft gespannt sein.

2 Kommentare zu „Weihnachten und Silvester im grünen Gürtel von Auckland

  1. Sebe der I.

    Ich wünsche Euch beiden (und der gesamten Leserschaft natürlich ebenfalls) auch ein frohes neues Jahr! 🙂
    Danke für die vielen Bilder.

    Ich freue mich, dass es Euch gut geht und Ihr so viele nette Menschen trefft!

    Liebe Grüße,
    Sebe

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  2. Ron

    Auch von mir noch ein gesundes neues Jahr an euch beide. Wie ich sehen und lesen kann, geht es euch fantastisch und ich wäre auch ein bisschen neidisch, wenn ich nicht so eine Couchpotato wäre 🙂 Und wie ich sehe, müsste ihr auf eure tägliche Portion Milch auch nicht verzichten 🙂

    Viel Spaß und sicheres Traveln weiterhin
    Ron

    Antworten

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