Wanderung über das Tongariro Crossing: Ein Highlight der Nordinsel

Ankunft in National Park und Einchecken im The Crossing Backpackers

Von Raglan sind wir mit dem Bus nach National Park bzw. National Park Village gefahren. Hier stand das Tongariro Crossing auf dem Programm, eine richtig geniale Tageswanderung. Über die Wanderung hatte ich bereits in einem Artikel auf 101 Places gelesen und meine Neugierde wurde geweckt. Den entscheidenden Anstoß habe ich aber in einem Hostel in Auckland bekommen. Dort hatte ich einen Münchener Work-and-Traveller gefragt, was sein bisher bestes Erlebnis in Neuseeland war. Heraus kam das Tongariro Crossing, obwohl er auch schon auf der so schönen Südinsel gewesen war.

Unser Hostel in der Nähe des Crossing war das The Crossing Backpackers. Das liegt ein bisschen abgelegen, ca. 6 km vom National Park Village entfernt. Da wir aber mit einem kleinen Shuttlebus zum Ausgangspunkt der Wanderung gebracht wurden, spielte das für uns keine Rolle. Im Gegenteil, es war eher von Vorteil. Es war nämlich im Hostel kaum was los und wir fühlten uns die vier Nächste sehr wohl. Wir haben ein paar der anderen Gäste kennengelernt und interessante und witzige Gespräche geführt. Mit Rafa aus New York haben wir sogar zusammen gekocht. Mein persönliches Highlight war der Spa-Pool.

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Ausblick vom The Crossing Backpackers. Wunderschön einsam hier.

Wetter, Wetter, Wetter…

Die Wanderung über das Tongariro Crossing ist stark vom Wetter abhängig. Das hatten wir glücklicherweise gelesen und genau aus diesem Grund hier so viel Zeit hier eingeplant. Und damit alles richtig gemacht. Denn am ersten Tag wäre die Wanderung nicht möglich gewesen. Winde von 90 km/h fegten über die Berge. Am zweiten Tag hätten wir die Wanderung machen können, bei allerdings immer noch kräftigem Wind und wolkenverhangenem Himmel. Daher hat Miriam vom Hostel uns empfohlen, noch einen Tag zu warten, denn laut Wettervorhersage wäre das der schönste Tag der Woche. Und genau so war es. Wir hatten richtiges Glück. Strahlender Himmel, praktisch kein Wind. Alles richtig gemacht.

Daher meine Empfehlung: 1-2 Ausweichtage einplanen. Es ist schon sehr häufig passiert, dass Leute für die Wanderung nur einen Tag zur Verfügung hatten. Das bedeutet bei schlechtem Wetter, dass die Wanderung entweder ausfällt oder die Sicht auf die eigentlich wunderschönen Berge und Seen vernebelt oder wolkenverhangen ist.

Die Wanderung

Tina hat einen kurzen Film von der schönen Wanderung erstellt.

Nach also zwei entspannten Tagen, die wir hauptsächlich im Hostel verbracht haben, ging es am dritten Tag früh los. Um 7 Uhr holte uns der Shuttle ab, eine halbe Stunde später wanderten wir schon los. Während die Sonne noch recht niedrig stand und es hier und da noch Schatten gab, verlief der erste Teil der Strecke entlang eine Bachs und war sehr flach. Perfekt für den Anfang.

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Die gesamte Wanderung ist geprägt von der vulkanischen Umgebung. Einige aktive Vulkane liegen auf der Strecke, überall liegt Vulkangestein.

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Teilweise war die Strecke sehr gut ausgebaut. Hier führte ein Steg über die steinige Landschaft.

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Die ersten Höhenmeter sind bewältigt.

Die Strecke bietet die Möglichkeit, zwei Abstecher (Side trips) zu machen. Der eine hinauf zum Mount Ngauruhoe, der andere zum Mount Tongariro. Bereits vor der Wanderung hatten wir uns Gedanken gemacht, ob wir einen Side trip wandern. Beide haben ihren Reiz.

Mount Ngauruhoe ist sehr beliebt, da er als Mount Doom in den Herr der Ringe Filmen bekannt ist. Die Beliebtheit führt aber auch dazu, dass die Strecke etwas überlaufen ist. Die Wanderung ist anstrengend, da man mit jedem Schritt auf dem losen Vulkangestein ein Stück herunterrutscht und praktisch doppelt so viele Schritte gehen muss wie gewohnt. Und sie ist gefährlich. Am Tag unserer Wanderung wurde eine Wanderin schwer von einem herunterrollenden Stein verletzt. Wer sie denoch geht muss 2-3 Stunden extra dafür einplanen.

Die Strecke zum Mount Tongariro dauert nur 1-2 Stunden. Der Gipfel lockt mit wunderschönen Bergseen.

Es wird empfohlen, die Entscheidung, ob und welchen Side trip man geht, spontan zu treffen, abhängig von der eigenen Fitness und vom aktuellen Wetter. Da am Horizont bereits einige große Wolken auftauchten, entschieden wir uns gegen einen Side trip. Und das war gut. Zum einen hatten wir durchgängig schönes Wetter und konnten den Ausblick genießen. Zum anderen bedeutet ein Side trip, dass man kaum Pausen machen kann und ein hohes Tempo laufen muss. Wir sind es gemütlich angegangen und waren trotzdem kaum zu früh am Ziel. Um 16 Uhr hat uns der Shuttle abgeholt und wir waren nur 20 Minuten vorher da.

Den Mount Ngauruhoe haben wir also nur von unten gesehen. Er ist allerdings wunderschön und sein Anblick begleitet einen einige Zeit auf der Wanderung.

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Weil’s so schön ist. Ein paar Minuten später ein ähnliches Motiv.

Der mittlere Teil der Wanderung ist etwas anstrengender, da er einige Steigungen bereithält. Dann verläuft die Strecke von einer Anhöhe auf wunderschöne Bergseen zu und daran vorbei.

rongariro_crossing_bergseen

Der weiße Rauch entsteht durch vulkanische Aktivität.

rongariro_crossing_see_tina

Nach den Bergseen geht es dann langsam wieder bergab. Dass wir uns in einer sehr aktiven Vulkanlandschaft befanden, wurde uns am deutlichsten beim Anblick dieses Kraters bewusst.

rongariro_crossing_aktiver_vulkan

Am Ende der Wanderung haben wir verschiedene Vegetationen durchlaufen. Je tiefer wir kamen, desto grüner wurde es. Vom Vulkanischen über Heide bis zu einem Wald, wie wir ihn aus Deutschland kennen.

rongariro_crossing_wald

Am Ende sind wir fast 20 km gewandert. Für uns Laien eine beachtliche Strecke, aber noch im humanen Bereich. Ein bisschen Muskelkater gab es, der lies sich aber durch ein Bad im Spa-Pool mildern.

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Fazit

Das Crossing aber auch die Unterkunft haben uns super gefallen. Wir sind mit einem strahlenden Gesicht Richtung Wellington gefahren. Und das Hostel-Schwein Daisy hat sich bestimmt auch gefreut dass wir da waren. Denn die Küchenabfälle wurden für sie gesammelt.

rongariro_crossing_backpackers_schwein_daisy

 

 

3 Kommentare zu „Wanderung über das Tongariro Crossing: Ein Highlight der Nordinsel

  1. Patrick

    Da werden schöne Erinnerungen wach 🙂

    Einen Sidetrip auf Mt. Doom habe ich damals auch nicht gemacht. Es klang aus Erzählungen gar nicht so, als sei das alles zusammen an einem Tag überhaupt machbar. Vielleicht wäre es das gewesen, aber ich war auch so erschöpft genug 🙂

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  2. Katrin

    Definitiv ein Highlight der Nordinsel – bin damals mit zwei etwa 60-jährigen Neuseeländern auf den Mount Ngauruhoe, die schneller oben waren als ich (aber die hatten auch Walking Stöcke)! Ich hab eher so gelitten wie Frodo und Sam, bin teilweise halb auf allen vieren hoch und hatte am Ende wirklich das Gefühl den Mount Doom bezwungen zu haben. Aber der Weg runter war geil – als ob man durch Tiefschnee joggt…

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  3. Pingback: Meine Auspackliste: die bessere Packliste - Björns Reiseblog

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