Vorbereitungen unserer Reise durch den Westen der USA

Unsere Reiseroute

Zunächst überlegen wir lange, wie denn unsere Reiseroute verlaufen soll. Zum Glück haben wir Freunde, die schon mal im Westen der USA waren, so dass wir wertvolle Tipps bekommen können. Wir legen verschiedene Varianten in Google Maps an, bis wir uns für eine Strecke entscheiden. Und die sieht so aus:

route

Los Angeles ist nicht geplant. Das wurde uns so empfohlen und auch auf der Reise wird uns mehrfach bestätigt, dass sich L.A. nicht lohnt.

Es wurden uns außerdem Ziele empfohlen, die wir nicht anfahren wollen, damit die Strecke nicht zu lang wird. Das sind insbesondere der Arches National Park und der Mesa Verde National Park.

Unterkünfte buchen

Wir wollen nicht alles im Vorfeld buchen, sondern uns Spontanität ermöglichen. Daher buchen wir nur Unterkünfte für die erste Woche. Dazu gehören vier Nächte in San Francisco via Airbnb und zwei Zeltplätze. Außerdem noch die letzte Nacht in Vegas, da die Hotels dort aufgrund des Unabhängigkeitstags begehrt sein werden.

Kurz vor der Reise ereilt uns eine frohe Botschaft. Die Unterkunft in San Francisco soll umsonst sein, da Renovierungsarbeiten in der Woche durchgeführt werden. Wahnsinn, einer unserer größten Kostenblöcke verpufft mit einer E-Mail. Wir nehmen uns vor, wenigstens die Hälfte zu bezahlen, wenn die Renovierungsarbeiten nicht wirklich störend sind.

Wilderness Permit

In den Yosemite National Park wollen wir nicht nur zum Fotografieren, sondern wir wollen dort was erleben. Zunächst denken wir, wie so viele, an die Besteigung des Half Domes. Dazu nehmen wir an einer Verlosung teil, denn der Half Dome ist nur für eine limitierte Anzahl von Menschen pro Tag freigegeben. Und wir gewinnen bei der Verlosung, yeah! Den Half Dome an einem Tag ohne Zwischenstop zu erklimmen ist allerdings sehr sportlich, so dass wir überlegen, vorher und nachher auf einem Backpackers Campground zu übernachten, praktisch auf dem halben Weg. Dafür braucht man allerdings eine Wilderness Permit, die wir nicht bekommen. Letztendlich haben wir den Plan verworfen und unser Losglück nicht angenommen.

Alternativ entscheiden wir uns für eine Route von Dog Lake zu den Young Lakes. Wir wollen an den Young Lakes in der Wildnis campen. Da diese Tour nicht so begehrt ist wie der Half Dome, bekommen wir problemlos eine Wilderness Permit. Da das Campen auf einem Backpackers Campground vor und nach der Tour inbegriffen ist, haben wir indirekt weitere Nächte reserviert.

ESTA etc.

Um als Europäer in die Staaten zu reisen benötigt man kein Visum sondern nimmt am US Visa Waiver Program teil. Man füllt dazu einen ESTA-Antrag (Electronic System for Travel Authorization) online aus. Das tun wir und zwar sehr sorgfältig. Den mit der Einreise spaßen die Amerikaner nicht. Das ganze kostet 14 $. Die Bestätigung, die man bekommt, muss man nicht vorzeigen, alles läuft elektronisch. Wir drucken trotzdem aus was wir bekommen haben.

Flug

Nachdem wir unsere Wunschroute festgelegt haben, legen wir auch Wunschabflug- und Wunschankunftsorte fest. In Deutschland ist das Düsseldorf. In den USA ist das San Francisco auf dem Hinweg und Las Vegas auf dem Rückweg.

Natürlich wollen wir direkt fliegen, aber es stellt sich heraus, dass es für diese Kombination keine Angebote gibt. Um dennoch direkt fliegen zu können, recherchieren wir auch nach Flügen von Frankfurt oder nach/von anderen Flughäfen in den USA. Viele Touristen fliegen nach/von Los Angeles. Ein solcher Flug ist natürlich günstiger als unser Gabelflug. L.A. würde aber nicht auf unserer Route liegen und wir würden hunderte Kilometer mehr im Auto fahren als notwendig ist.

Wir gehen bei der Recherche erstmal nach dem Preis und landen bei einem Anbieter  flugladen.de. Wir sind schon im Buchungswizard und stören uns daran, dass jede mögliche Zahlungsart versteckte Zusatzkosten mit sich bringt. Wir googlen kurz über den Anbieter und sind erschrocken, weil jegliche Rezensionen sehr schlecht sind. Kurzerhand entschließen wir uns dazu, ganz konventionell über das Reisebüro STA Travel zu buchen. Das macht einen Unterschied von 50 €, aber das Geld ist es uns Wert. Hin- und Rückflug kosten uns 1558 €. STA Travel informiert uns einige Wochen später darüber, dass die Flugzeiten sich geändert haben. Es geht nur um ein paar Minuten in Atlanta, aber wir merken dass der Draht zu STA Travel steht und fühlen uns gut betreut.

Mietwagen

Wir recherchieren nach Mietwagen. Wir kommen schnell auf rentalcars.com, ein Broker für mehrere namhafte Anbieter. Die Preise sind sehr niedrig. Wir wollen den Wagen in San Francisco leihen und in Las Vegas zurückgeben. Erfreulich ist, dass hierfür keine one-way fee anfällt. In Kalifornien ist es gesetztlich geregelt, dass ein zusätzlicher Fahrer gratis ist. Wir wissen nicht, wie das in unserem Fall ist, da wir den Wagen nur in Kalifornien leihen, aber in Nevada zurückbringen. Wegen dieser Fragestellung komme ich in Kontakt mit dem Service von rentalcars.com (schlecht, die Frage wird mir nicht beantwortet) und Alamo (gut, die Frage wird mir schnell beantwortet). Die Antwort von Alamo, dass keine Gebühr für eine weiteren Fahrer anfällt, stimmt uns zufrieden und wir gehen davon aus, dass das für alle Anbieter gilt. Und wir nehmen aufgrund des besseren Preises rentalcars.com. Wir zahlen zunächst 356 €. Bei Abholung kommen nochmal die Kosten für eine Tankfüllung hinzu.

Wir entscheiden uns für einen Wagen „Jeep Liberty oder ähnlich“. Natürlich ist es kein Jeep sondern nur „ähnlich“: ein Nissan Rogue. Wir haben Glück, der Wagen ist wie neu, hat keine 5000 Meilen runter. Unter tatsächlicher Anbieter ist Dollar, mit rentalcars.com haben wir nach der Buchung nichts mehr zu tun.

Unser Mietwagen, ein Nissan Rogue, in Deutschland als Qashqai bekannt. Von uns liebevoll "Roger" genannt

Unser Mietwagen, ein Nissan Rogue, in Deutschland als Qashqai bekannt. Von uns liebevoll „Roger“ genannt

Die Wahl des Wagens ist im Nachhinein sehr gut. Der Wagen meistert die vielen Höhenmeter anständig, ist aber für uns zwei nicht überdimensioniert. Es gibt Regionen, in denen dieser Wagen als Kleinwagen durchgeht neben all den riesigen Pickups und Geländewagen. So wie hier:

Großes Auto und unser kleines Auto

Großes Auto und unser kleines Auto

Mehr zum Auto gibt es an Tag 5, wenn wir den Wagen abholen.

SIM-Karte

Wir recherchieren lange zum Thema SIM-Karte in den USA. Es klingt alles nicht so einfach und wir kaufen noch in Deutschland eine Karte bei sim-auf-reisen.de für 9,99 €. Anbieter ist AT&T und das Produkt ist GoPhone, eine Prepaid-Karte. Das Thema wird uns auf der Reise noch ein bisschen begleiten, wenn wir die Karte freischalten und zweimal einen AT&T-Shop besuchen: Tag2, Tag3. Die Kosten, die uns erwarten sind deutlich teurer als in Deutschland. Hier habe ich auch eine Prepaid-Karte, von Simyo. Gespräche zahle ich nach Nutzung und für eine Internetverbindung zahle ich nur 9,90 €. In den USA werden wir für ein ähnliches Angebot 50 $ zahlen, also fast 40 €.

Packlisten

Wir haben uns angewöhnt, jegliche Dokumente zu Reisen in einem privaten und kostenlosen Wiki bei PBWorks abzulegen. Das hat sich für uns bewährt. Hier landen Rechercheergebnisse für Flüge, Mietwagen, Reiserouten und natürlich auch Packlisten. Hier unsere Liste. Ein paar Produkte habe ich mit Amazon verlinkt, zum Angucken oder Kaufen.

Bekleidung
Mehrere T-Shirts
Sweatshirt
Fleecejacke
Jeans
Wanderhose
Kurze Hose
Unterwäsche
Socken
Wandersocken
Wanderschuhe
Sneakers
Duschlatschen
Regenjacke
Regenhose
Mütze/Hut/Cappy
Schal
Badezeug
Sonnenbrille
Schlafklamotten

Hygiene/Gesundheit
Kulturbeutel
Outdoorwaschzeug (Waschmittel + Spülmittel + Seife + Shampoo)
Handtuch, dunkle Farbe
Sonnencreme
Autan
Blasenpflaster
normale Pflaster
Schmerzmittel
Fieberthermometer
Nasenspray
Meersalznasenspray
Augentropfen
Ersatzbrille
Kondome
Ohrenstöpsel
Taschentücher

Camping
Schlafsäcke mit integrierter Luftmatratze (Quechua Sleepin'bed ultralight 5° von Decathlon)
Zelt
Kleiner Wanderrucksack
Großer Wanderrucksack (Quechua Symbium Access 70)
Taschenlampe
Kartenmaterial
Campingkocher (Vorgängermodell von diesem hier)
Taschenmesser
Campingteller
Besteck
Becher
Schwamm
Küchenhandtuch
Kaffeefilter

Sonstiges
Reiseführer
Kartenmaterial
Handy + Zubehör
Smartphone + Zubehör (Samsung Galaxy Gio (S5660))
AT&T Karte (aktiviert)
Tablet + Zubehör (Nexus 10)
Kamera + Zubehör (Panasonic Lumix LX3, vor der Reise Speicherkarte leeren und Akku aufladen)
Car-Charger
Steckdosenadapter
Nähzeug
Schreibzeug
Lektüre
Sarong
Wäschebeutel oder Kopfkissenbezug

Papiere
Reisepass
Führerschein
Internationaler Führerschein
Kreditkarte
Flugdaten zum elektronischen Ticket
Esta-Ausdruck
Übernachtungsadressen
Buchungsbeleg rentalcars.com
Wilderness Permit
Einzelne Wiki-Einträge ausgedruckt
Hülle oder Dokumentenmappe

Nicht mitgenommen haben wir stabile Zeltheringe und einen Gummihammer. Beides hätten wir zu Hause gehabt und im Nachhinein gut gebrauchen können, da der Untergrund auf den Zeltplätzen häufig sehr fest ist.

So sah das vor dem Packen aus

So sah das vor dem Packen aus

Apps

Mit dem Smartphone und dem Tablet haben wir zwei Android-Geräte mit. Darauf installieren wir folgende Apps (die Apps verlinken auf Google Play):

MapFactor

Auf dem Tablet. Navigations-App, verwendet im Auto statt Navi zu leihen. Manko: Hausnummern in den USA kennt die App meistens nicht, da OpenStreetMap-Karten verwendet werden. Daher haben wir in einigen Fällen die Adresse mit Hausnummer im Smartphone in Google Maps eingegeben und dann das Ziel in MapFactor auf der Karte ausgewählt statt über die Texteingabe.

Maverick Pro

Mit Maverick (Pro oder Lite Version) kann man Karten offline vorbereiten (mit einem Tool namens Mobile Atlas Creator) sowie GPX-Tracks laden. Wir bereiten damit die Tour vom Dog Lake zu den Young Lakes vor.

Pocket

Auf dem Tablet. Macht Internetseiten offline verfügbar. Funktioniert leider nicht, wenn die Seiten in einem geschützten Bereich liegen (z.B. Google Drive oder PBWorks)

Google Drive

Einige Dokumente erzeugen wir als PDF und laden sie in Google Drive. In der App kann man diese laden und offline verfügbar machen. Alternative: Dropbox.

HappyCow

Auf dem Smartphone. Verwendet in Las Vegas, um nach vegetarischen oder Vegetarier-freundlichen Restaurants zu suchen.

Evernote

Auf dem Tablet. Für Notizen zwischendurch.

Go Free

Ein Go-Spiel. Denn die Flüge sind laaaaaaang. Alternativen: Jede Menge.

Probepacken

Zwei Tage vorher packen wir schon mal probehalber. Zum Glück, denn wir landen nur knapp unterhalb des Gewichts von 23 kg pro Koffer. Auch das Volumen des Koffers ist gerade noch erlaubt. Um sicher unter dem Limit zu bleiben, packe ich meine Wanderschuhe sowie zwei Pullover ins Handgepäck.

Auslandskrankenversicherung

Ich schließe für 7,80 € eine Auslandskrankenversicherung ab. Versicherer ist die Envivas, die mit meiner Krankenversicherung, der TK, zusammenarbeitet. Tina hat bereits eine Versicherung bei der Signal Iduna.

Impfung

Ich frische die Standardimpfungen (Tetanus-Diphtherie-Polio) auf. Das hat nicht direkt mit der Reise zu tun, aber ich merke, dass die Impfungen ohnehin überfällig sind. Und so fühle ich mich auf der Reise besser geschützt.

Kosten
ESTA 14 $
Flug 1558 €
Mietwagen 356 €
Auslandskrankenversicherung 7,80 €

2 Kommentare zu „Vorbereitungen unserer Reise durch den Westen der USA

  1. Anna

    Das ist ein wirklich toller Artikel. Danke für die ganzen Tipps! Eine Frage zu den PrePaid Simkarten hätte ich aber noch: Wenn man sich so eine Karte über SimaufReisen kauft, wird der Monthly Plan dann eigentlich gleich wieder gekündigt oder muss man das händisch machen?

    Herzlich,
    Anna

    Antworten
    1. Björn Weinbrenner Artikelautor

      Hallo Anna!
      Da muss ich passen, das weiß ich nicht. Ich würde versuchen, aktuelle Informationen zu bekommen, da sich solche Dinge mit der Zeit ändern.
      Viele Grüße
      Björn

      Antworten

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