Taiwan, zweiter Teil: Couchsurfing in Taichung und wieder zurück nach Taipeh

Das erste Mal auf einer Couch gesurft

Nachdem wir vor wenigen Monaten das erste Mal einen Couchsurfing-Gast bei uns zu Hause hatten, war es nun das erste Mal, dass wir die Gäste waren. Bereits in Deutschland hatten wir einen zweitägigen Aufenthalt in Taichung organisiert.

Der Kauf des Bahntickets war ein lustiges Ereignis. Man kann Bahntickets nämlich auch in Mini-Supermäkten kaufen, die es an jeder Ecke gibt (z.B. 7-Eleven oder Family Mart). In diesen Läden kommt man aber mit Englisch nicht sehr weit, so dass uns ein Hostelmitarbeiter einen Zettel mit chinesischen Anweisungen für das Personal mitgegeben hat. Wir fühlten und damit ein bisschen wie Schulkinder, aber es hat wunderbar funktioniert. Wieder einmal waren wir sprachlich total aufgeschmissen, doch die Freundlichkeit der Menschen hat das kompensiert.

In Taichung wurden wir von unserem Couchsurfing-Host Hsin und einem Freund von ihm abgeholt. Tina und ich hatten angeboten, abends zu kochen, so dass wir einen Zwischenstopp in einem riesigen Supermarkt nach amerikanischem Vorbild machten. Wir fanden fast alle Zutaten, um unser Lieblingsgericht zu kochen (Gemüsenudeln).

Hsin wohnt ein bisschen außerhalb in einem älteren Haus. So alt, dass Toilette und Dusche außerhalb des Hauses liegen. Innen hat er alles indisch eingerichtet mit Mitbringseln mehrerer Indien-Reisen.

"Unser Haus". In dem kleinen Türmchen links auf der Ecke befindet sich das Klo.

„Unser Haus“. In dem kleinen Türmchen links auf der Ecke befindet sich das Klo.

Unsere "Couch": Ein traditionelles taiwanesisches Bett

Unsere „Couch“: Ein traditionelles taiwanesisches Bett. Die Tücher sind allerdings aus Indien.

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Björn, Tina und Hsin

Nach einer kurzen Einweisung in die Wohnung haben Tina und ich also Gemüse geschnitten und gebraten und Pasta gekocht. Ich glaube es hat den beiden anderen einigermaßen gemundet, Tina und mir auf jedem Fall. Ein Stück Heimat in der Fremde.

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Stock 20 und das Rainbow Family Village

Am nächsten Tag haben wir uns zunächst das Künstlerzentrum Stock 20 angesehen, das im Bahnhof von Taichung angesiedelt ist. Der Eintritt ist frei und hier werden Nachwuchskünstler mit Stipendien gefördert. Man sollte nicht zu viel erwarten, aber durch die Lage im Bahnhof bietet sich ein kurzer Besuch einfach an.

Nach einem leckeren Mittagessen ging es gestärkt zum sogenannten Rainbow Family Village, zunächst per Bahn und dann mit dem Taxi. Das Rainbow Family Village sind eine Hand voll Gebäude einer ehemaligen Kaserne, die ein mittlerweile über 90-jähriger Mann (Grandpa Rainbow) vor ein paar Jahren bunt bemalt hat – aus Langeweile wie er sagt. Hier ein paar Bilder des „Dorfes“.

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Der Grandpa auf Pappe

Tina und der Grandpa in echt

Tina und der Grandpa (hinten in der Mitte) in echt

Wieder in Taichung wollten wir noch in das National Taiwan Museum of Fine Arts, was uns empfohlen wurde. Aber wir hatten Pech. Zunächst wollten wir zu Fuß dorthin, was eine dumme Idee war. Die meisten Taiwanesen haben für solche Strecken einen Motorroller und dementsprechend versmogt ist die Luft auch. Spazierengehen macht hier keinen Spaß. Und dann sind wir noch in den falschen Bus eingestiegen, da auf der offiziellen Webseite des Museums eine falsche Linie erwähnt war. Für einen Besuch dort war es dann zu spät und wir sind nur noch in ein Café gegangen zum Essen und Arbeiten.

Wieder in unserer Unterkunft hatte ich ein bisschen Temperatur und fühlte mich am nächsten Tag noch nicht besser. Wir durften spontan noch eine Nacht bei Hsin bleiben. Den Tag über haben wir ein bisschen gearbeitet mit der erstaunlich schnellen Internetverbindung des Smartphones.

Nach Hsinchu und in das Hakka-Dorf Beipu

Am darauffolgenden Tag ging es zunächst mit dem Hochgeschwindigkeitszug nach Hsinchu, wo wir Monsa, die Freundin von Tinas Cousine erneut trafen. Mit ihr zusammen sind wir nach Beipu gefahren, ein Dorf, das die Tradition der Hakka, einer alten Volksgruppe Taiwans, pflegt.

Interessant war der Besuch eines taoistischen Tempels. Monsa kennt die Rituale, auch wenn sie nicht dieser Glaubensrichtung angehört, und konnte uns vieles erklären. Gegen eine kleine Spende haben wir Räucherstäbchen gekauft und an drei Punkte innerhalb des Tempel gebetet. Am ersten haben wir uns einer Gottheit vorgestellt, am zweiten haben wir uns was gewünscht und am dritten haben wir für die Familie einen Wunsch ausgesprochen. Alles im Stillen und mit gewedelten Räucherstäbchen.

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beipu_tempel_muehlen

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Danach haben wir mittaggegessen. In Taiwan ist es üblich, dass man die bestellten Gerichte untereinander teilt. Es standen also mehrere Teller und Schalen auf dem Tisch und jeder hat sich nach Lust und Laune bedient, mit Stäbchen natürlich.

Dann kam das Highlight dieses Ausflugs. Ein traditionelle Hakka-Teezeremonie. Dabei wird mit einem riesigen Holzmörser in einer Steinschale grüner Tee, Erdnüsse und Sesam gemahlen. Und zwar richtig lange, bis ein cremiger Brei entsteht. Der wird dann mit Wasser aufgegossen und das ganze ist trinkfertig. Dazu gibt es kleine Snacks, teils herzhaft, teils süß und fruchtig.

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Die Nacht haben wir bei Monsa verbracht und am nächsten Tag ging es weiter nach Taipeh.

Shilin Night Market

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Ein Muss ist der Besuch eine Nachtmarktes und der Shilin Night Market ist einer der berühmtesten in Taiwan. Dort haben wir nochmal ein paar taiwanesische Köstlichkeiten probiert. Zunächst gab es vegetarische Dumplings, dann noch einmal Stinky Tofu. Der stank diesmal noch mehr als der in Jiufen und schmeckte auch ein bisschen stinkig im Abgang. Davon haben wir erstmal genug. Dann aber noch ein Highlight, eine spiralenförmige Riesenpommes am Stiel. Die war richtig lecker. Und als Nachtisch frisches Obst (in Taiwan angebaut), wobei wir überrascht waren, wie teuer das im Vergleich mit den anderen Lebensmitteln war.

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taipeh_shilin_night_market_riesenpommes

taipeh_shilin_night_market_fruechte

Regus Business Lounge, vegetarisches Buffet und Abflug

Am Ende hat es doch noch geklappt mit einem Besuch im Regus Business Club. Kostenloses WLAN (langsam), Kaffee (teilweise gut), kein Mineralwasser. Fazit: Ganz nett.

Richtig toll war dagegen unser Mittagessen in einer Shopping Mall. Dort gab es das größte vegetarische Buffet, dass ich je gesehen habe.

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Und dann ging es Richtung Flughafen und mittlerweile sind wir schon in Auckland angekommen. Dazu dann in ein paar Tagen mehr.

Ein Kommentar zu „Taiwan, zweiter Teil: Couchsurfing in Taichung und wieder zurück nach Taipeh

  1. Wolfgang

    Hallo Weltenbummler,

    bin grad über die Suchbegriffe „Weltreise Taiwan“ auf Eure Seite gekommen. Selber machen wir auch derzeit eine Weltreise und denken über die Station Taiwan nach – darum die Suche.
    Den Tip, die SIM gleich am Flughafen zu besorgen, werde ich auf alle Fälle beherzigen. Danke für den Tip!

    Liebe Grüße und beste Wünsche für eine allzeit sichere Reise

    Wolfgang und Harriet

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