Raus aus der Stadt: Rundreise nach Đà Lạt und Mũi Né

In Saigon mussten wir zweimal auf ein Visum warten. Zunächst haben wir unser Vietnam-Visum von nur einem Monat um einen weiteren Monat verlängern lassen. Darauf mussten wir aufgrund eines vietnamesischen Feiertags über eine Woche warten. Direkt im Anschluss haben wir unsere Pässe beim indischen Konsulat abgegeben, um ein Indien-Visum zu bekommen. In der Wartezeit lagen ebenfalls Feiertage, so dass wir 10 Tage auf das Visum warten mussten. Da hatten wir genug vom Warten und sind währenddessen für eine Woche aus der großen Stadt geflohen. Wir sind jeweils eine halbe Woche in Đà Lạt und in Mũi Né gewesen.

Mit dem Bus von Saigon nach Đà Lạt

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Schlafsesselbus

Nach Đà Lạt sind wir mit Phuong Trang (Futa Bus) gefahren. Der Bus hat nur Liegesitze, die in drei Reihen doppelstöckig angeordnet sind. Wir saßen oben. Der Fahrer ist ordentlich gefahren, wir haben zwei Pausen gemacht und wurden am Ende sogar noch mit einem Taxi zum Hotel gebracht. Der Bus wird hauptsächlich von Vietnamesen genutzt, was ich ganz schön fand.

Unsere Unterkunft Paris Hotel war ebenfalls super. Das Hotel war recht neu und unser Zimmer hat uns sehr gut gefallen. Das absolute Highlight war eine Duschkabine. Kein Witz, das war unsere erste Duschkabine seit Neuseeland, also seit über einem halben Jahr. Was für uns in Deutschland selbstverständlich ist, ist in Südostasien Rarität. In den meisten Hotels ist das Bad eher eine Art Nasszelle. Nach der Benutzung der Dusche ist erst einmal der komplette Boden nass. Aufgrund der heißen Temperaturen trocknet das Wasser recht schnell, unangenehm ist es trotzdem. Wir waren richtig froh, dass wir für ein paar Tage ein ganz normales Bad hatten.

Und noch etwas hat uns in Đà Lạt sehr froh gemacht, was wir seit langem vermissen: kalte Temperaturen. Đà Lạt liegt 1.500 m ü. NN. Endlich konnten wir mal wieder eine Jacke und feste Schuhe anziehen. Auch das war im letzten halben Jahr kaum der Fall. Ich werde diese Aussage vielleicht bereuen, wenn das nach der Reise wieder zum Normalzustand für uns wird, aber dieses „deutsche“ Wetter tat richtig gut.

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Endlich mal wieder eine Jacke tragen.

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Normalerweise sind T-Shirts der Renner, in Đà Lạt sind es Jacken.

Mit dem Tandem zum Blumengarten und zum Valley of Love

Đà Lạt ist ein bekannter Zielort für Hochzeitsreisen und hat einige romantische Highlights zu bieten. Die konnten wir uns nicht entgehen lassen, wenn auch manchmal mit einem Augenzwinkern.

Im Zentrum nahe des Sees Hồ Xuân Hương gibt es einige Verleiher von Tandems und für kleines Geld kann man für ein paar Stunden Tandem fahren. Wir wollten das schon immer mal machen und mussten diese Gelegenheit einfach nutzen.

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Mit dem Tandem sind wir dann links vom See zum Blumenpark Công viên hoa gefahren.  Hier sind wir ein bisschen herumspaziert und haben uns bunte Blumen und Bonsaibäume angeschaut.

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Etwas weiter raus liegt das Valley of Love, unser nächstes Ziel. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Parklandschaft und Freizeitpark.

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Ein Muss für uns war eine Fahrt im Schwan. Seit Jahren sind wir nicht mehr Tretboot gefahren und noch nie in einem Schwan (trotz Münsteraner Petra-Euphorie).

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Das Thema Liebe wird im Valley of Love in all seinen Facetten aufgegriffen. Wenn es gerade mal nicht so gut läuft, kann man sich hier auch zum Paintball-Spiel treffen oder mit einem Militärjeep herumfahren.

Das verrückte Haus

Eine weitere Attraktion in Đà Lạt ist das Crazy House. Das Haus erinnerte uns stark an die Bauten des Architekten Gaudí in Barcelona. Einen rechten Winkel findet man hier kaum. Stattdessen wirkt alles recht organisch und die Stockwerke winden und schlängeln sich in die Höhe. Uns hat das Crazy House gut gefallen.

Das Haus bietet neben der Möglichkeit einer Besichtigung auch Hotelzimmer an.

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Trotz all des romantisch-kitchigen Freizeitangebots wollen die Bewohner Đà Lạts ihre Stadt keinesfalls zum reinen Kurort „verkommen“ lassen. Einige Cafés, Bars und Restaurants verdeutlichen, dass Blumen und Schwäne nicht das einzige sind, wofür sich die Leute hier interessieren, und dass Đà Lạt auch ziemlich cool sein kann.

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Jugendkultur in Đà Lạt

Weiterfahrt nach Mũi Né

Von Đà Lạt nach Mũi Né sind wir mit dem Bus An Phú gefahren. Diesen können wir nicht empfehlen. Wir waren zwar durch Diskussionen im Internet gewarnt, konnten aber schlichtweg keine Alternative finden. Trotzdem kann ich jedem nur empfehlen, noch einmal gründlich zu recherchieren. Vielleicht sieht es ja in der Hauptsaison anders aus.

Wir saßen in der letzten Reihe und die Sitze habe so sehr gefedert, dass wir aufgrund der vielen Schlaglöcher ständig hochgeschleudert wurden. Ein Wunder, dass wir uns nicht den Kopf gestoßen haben. Eine Pause gab es zwar, allerdings recht spät. Zur Krönung ist dann noch der Bus liegengeblieben. Wir hatten aber Glück und wurden von drei freundlichen vietnamesischen Frauen gefragt, ob wir uns ein Taxi teilen wollen. Somit kam uns das verfrühte Ende der Busfahrt sogar entgegen.

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Vorzeitiges Ende kurz vor Phan Thiet

Glück hatten wir auch mit unserer Unterkunft La Marina Hotel in Mũi Né, das uns sehr gut gefallen hat. Was wir auch mochten, war die Lage. Zum einen liegt das Hotel ganz nah am Strand, zum anderen ist es eingebettet in das lokale Leben und nicht in mitten einer Ressort-Landschaft.

Mũi Né ist nicht nur Touristenziel, sondern vor allem ein Fischerort. Bei einem Strandspaziergang haben wir versucht, unsere Eindrücke fotografisch festzuhalten. Die runden Boote auf manchen Fotos sind Zubringerboote, die für den Weg im seichten Wasser zwischen der Küste und dem Hauptboot benutzt werden.

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Mit dem Zug zurück nach Saigon

Zurück nach Saigon sind wir mit dem Zug gefahren. Das sollte gleichzeitig eine Testfahrt werden, denn wir wollten im weiteren Verlauf unserer Reise durch Vietnam den Zug als Hauptverkehrsmittel verwenden.

In Mũi Né selbst gibt es keinen Bahnhof, wohl aber einen Bus nach Phan Thiet. Von Phan Thiet fährt einmal täglich ein Zug. Das hatte ich aber bei der Planung nicht berücksichtigt und wir sind stattdessen vom etwas weiter entfernten Bahnhof Binh Thuân (ehemals Mương Mán) abgefahren.

Die Fahrt zum Bahnhof war etwas abenteuerlich. Mit dem lokalen Bus sind wir zunächst zum Stadtrand von Phan Thiet gefahren, wo wir aber den Anschlussbus nicht gefunden haben. Nach einigen hundert Metern zu Fuß hat uns ein vorbeifahrender Bus mitgenommen. Das war aber kein Linienbus, sondern ein privater Bus, der nur einen schnellen Đồng machen wollte. So kamen wir bis auf 7 km an den Bahnhof heran. Weil das alles bei der Hitze ein bisschen anstrengend war und wir immer noch nicht wussten, ob wir den geplanten Bus finden würden, wurden wir schwach und nahmen ein Motorradtaxi. Das war mit unseren großen Rucksäcken ein bisschen wackelig. Zum Glück verlief die Strecke die meiste Zeit gerade aus. Mein Fahrer hatte nämlich eine ordentlich Fahne.

Die Fahrt mit Zug war super und hat uns in unseren Zugfahrplänen bestärkt. Und nach dem Kurztrip nach Đà Lạt und Mũi Né, man glaubt es nicht, waren wir sogar ein bisschen froh, wieder in die große Stadt zurückzukehren.

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