Mit dem Fahrrad von Luang Prabang nach Vang Vieng

Bei ihrer Recherche zum Land Laos hatte Tina bereits vor einiger Zeit von einem besonderen Erlebnis gelesen, nämlich mit dem Fahrrad von Luang Parabang nach Vang Vieng zu fahren. Diese Strecke wird von vielen Radfahrbegeisterten aus der ganzen Welt als besonders schön, teils sogar als die schönste Strecke der Welt bezeichnet. Genug Motivation für uns, sich näher mit der Realisierung zu beschäftigen. Da wir die Strecke nur in eine Richtung fahren wollten, brauchten wir einen Transfer für unser Gepäck zum Zielort und einen Rücktransport für die Fahrräder. Außerdem sollten die Räder in einem guten Zustand sein. Es wurde schnell klar, dass wir professionelle Unterstützung brauchten. Einfach ein Fahrrad ausleihen, was man in Luang Prabang an jedem Guesthouse machen kann, würde nicht funktionieren. Der Anbieter unserer Wahl war Tiger Trail. Auf der Webseite von Tiger Trail sind Fahrradtouren aufgelistet, entscheidend ist aber, dass man die Touren individuell mitgestalten kann. Die Anzahl der Guides, die Notwendigkeit eines Begleitfahrzeugs oder die Tagesstreckenlänge sind alle variabel. Wir hatten zudem ein bisschen Glück und ein von Tiger Trail ohnehin geplanter Transport auf der Strecke senkte die Kosten für uns. Nach 12 Tagen in Luang Prabang konnte es endlich losgehen.

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Vor der ersten Etappe. Noch lachen sie…

Wir wollten die Strecke in 3 Tagen absolvieren. Da gerade das erste Stück sehr anstrengend ist und wir alle keine Profis sind, wurden wir von Luang Prabang mit dem Auto nach Kiu Kacham gebracht. Dort war dann unser wirklicher Startpunkt. Die Strecke war dann folgendermaßen aufgeteilt:

Tag Länge Kurzbeschreibung
Tag 1: Kiu Kacham – Phou Khoun 50 km schwierig, oftmals bergauf
Tag 2: Phou Khoun – Kasi 50 km mittelschwer
Tag 3: Kasi – Vang Vieng 58 km mittelschwer

Von Kiu Kacham nach Phou Khoun

Der erste Tag zeigte uns gleich, worauf wir uns eingelassen hatten. Oftmals ging es bergauf, gelegentlichen Abfahren folgten gleich wieder Anstiege. Aber wir merkten schnell, warum wir uns das antaten. Die Landschaft ist weitläufig und grün und die hügelige Form bot interessante Sichten. Vor allem die Karstberge sorgen für einmalige Bilder.

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Wettertechnisch hatten wir am ersten Tag absolutes Glück. Kein Regen trotz Regenzeit. Die Anstrengung und die warmen Temperaturen trieben uns aber den Schweiß auf die Stirn und in die T-Shirts. Unser erster Übernachtungsort Phou Khoun war nicht sehr spektakulär. Mithilfe unseres Guides Ked schafften wir, in einem der lokalen Restaurants vegetarisches bzw. veganes Essen zu bestellen. Das Guesthouse war sehr einfach, aber erfüllte seinen Zweck. Wir brauchten eine Menge Schlaf nach dem anstrengenden Tag.

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Unser Guesthouse in Phou Khoun

Von Phou Khoun nach Kasi

Der zweite Tag startete etwas neblig und wir präparierten unser Gepäck mit Müllsäcken gegen möglichen Regen. Wir frühstückten Bananen vom lokalen Markt und freuten uns auf ein richtiges Frühstück keine 10 km entfernt in einem Ausflugsrestaurant. Pünktlich nach dem Frühstück klärte sich der Himmel auf, jetzt konnte der Tag so richtig beginnen. Vor allem der zweite Tag war geprägt von den kleinen Dörfern auf der Strecke. Wann immer wir durch ein Dorf kamen, schrieen die Kinder uns ein Sabaidee! (= Hallo) entgegen. Wir freuten uns immer wieder darüber. Wer einmal erleben möchte, dass ihm Kinder vom Wegrand zujubeln, der sollte in Laos fahrradfahren. Das ist sicherlich einfacher als amerikanischer Präsident zu werden oder Weltmeister. Auch wenn wir Pause machten, um Getränke oder Snacks zu kaufen, kamen immer mehr Kinder dazu und schauten uns neugierig an.

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Auch das tierische Dorfleben war interessant. Zwar gibt es hier abgezäunte Wiesen mit Ochsen oder Schweinen, es kam aber häufig vor, dass diese frei herumliefen.

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Am späten Nachmittag kamen wir dann in Kasi an. Auch hier benötigten wir die Hilfe von Ked, um Essen zu gehen, denn es gab keine englischsprachigen Speisekarten.

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Von Kasi nach Vang Vieng

Der nächste Morgen begann erneut nur mit einem kleinen Snack. Auf der Strecke sollte nach ca. 20 km ein Restaurant kommen, dass wir als erstes Ziel ausgewählt hatten. Am Ende waren es ein paar Kilometer mehr und wir hatten die Stärkung bitter nötig.

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Pause. Es ist nicht selbstverständlich vegetarisches Essen zu finden. Eins der beiden Restaurants hatte kein Gemüse im Angebot.

Da wir nach den Bergen wieder in eine flachere Gegend kamen, war der Reisanbau wieder präsenter. Wir konnten vieles, was wir in Luang Prabang gelernt hatten, wiedererkennen.

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Bauern mit Bambushüten.

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Hier sieht man die terrassenartige Anordnung und das Bewässerungssystem, das das Wasser von oben nach unten durch die Reisebenen leitet.

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Kein Witz: Es gibt Fische in den Reisfeldern. Das Angeln gehört zum Reisanbau dazu.

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Nicht nur der Reis wurde bewässert, auch wir haben am dritten Tag ordentlich was abbekommen.

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Wer ordentliche Regenkleidung sucht, sollte sich an mir kein Beispiel nehmen.

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Nicht nur Menschen suchen Schutz vor Regen, so dass wir diese Hütte teilen mussten.

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Und dann hatten wir es geschafft. Wir kamen in Vang Vieng an. Der Ort ist ein bekanntes Touristenziel in Laos. Es gibt sogar ein vegetarisches Restaurant. Toll fanden wir auch, dass mehrere Bars ununterbrochen Folgen der Fernsehserie „Friends“ zeigen, obwohl die letzte Folge von 2004 ist. Ein verrücktes Alltagsphänomen!

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Einfahrt nach Vang Vieng

Von Vang Vieng nahmen wir einen VIP-Bus nach Vientiane. Die Klimaanlage war nicht sehr leistungsfähig und wir schwitzten und litten in dem Bus. Egal, wir freuten uns auf ein paar Tage in der Hauptstadt.

Fazit

Die Radtour war toll und zählt zu unseren besten Erlebnissen auf der ganze Reise. Die Nähe zur Natur aber auch zu den Bewohnern des Landes ist einmalig und nicht im Geringsten mit Busfahrten zu vergleichen. Wer die Zeit hat und die körperliche Mühe nicht scheut, sollte das Fahrrad nehmen, um Laos besser kennenzulernen.

7 Kommentare zu „Mit dem Fahrrad von Luang Prabang nach Vang Vieng

  1. Pingback: Das MacBook Air als Reise-Laptop: Pro und Contra - Björns Reiseblog

  2. Felix

    Hallo Björn, danke für den super ausführlichen Reisebericht.
    Ein Freund und ich haben auch große Lust auf diese Tour.
    Kannst du noch ungefähr sagen was das ganze so gekostet hat?
    Auf der TigerTrail Homepage konnte ich keine Preisangaben finden.

    Vielen Dank, weiter so!

    Felix

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    1. Björn Weinbrenner Artikelautor

      Hallo Felix!

      Wir haben um die 130 Euro pro Person bezahlt. Aber wie ich schon im Artikel erwähnte, Angebote können individuell gestaltet werden, und unser Angebot setzt sich aus vielen Faktoren zusammen (z.B. 3 Tage, 1 Guide, kein Begleitfahrzeug, Unterkunft + Essen nicht inklusive …). Wir hatten außerdem Glück, dass unser Rücktransport günstiger war, da TigerTrail auf derselben Strecke einen anderen Transport geplant hatte.
      Lange Rede kurzer Sinn: Der Betrag kann nur als grobe Richtlinie genommen werden. Danach geht es ans Eingemachte. Wir haben uns mit TigerTrail einige Mails geschrieben, bis wir unser Paket geschnürt hatten.

      Viele Grüße
      Björn

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  3. sabrina

    Hallo björn! Unglaublich, wie klein die welt doch ist!! Wir waren letzten winter in laos unterwegs und haben ked in muang ngoi getroffen, der dorthin eine „kleine radtour“ von LP aus gemacht hat..

    War bestimmt ne tolle tour und mit ked als guide auf jeden fall unvergesslich 🙂

    Antworten
      1. sabrina

        Hallo björn. Nein wir waren größtenteils mit dem bus unterwegs. Eine woche hatten wir ein kleines motorrad ausgeliehen um auf dem bolaven plateau in die hinteren winkel zu gelangen. Die winkenden kinder kamen mir in deinem bericht also auch sehr bekannt vor 😉

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