Kaffee in Neuseeland: Von Flat White und Melitta-Filtern

Der Kaffee in Neuseelands Cafés ist unglaublich gut. Hier bekommt man durchgängig guten Kaffee. Jedes noch so kleine Café hat eine riesige Kaffeemaschine und Barista, die diese bedienen. Wir bestellen meist Flat White, der in den 80ern in Neuseeland und Australien erfunden wurde. Häufig wird er hier mit einem Farn, dem Nationalsymbol Neuseelands, verziert. Super lecker und sieht auch noch gut aus.

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Ein anderes Bild zeigt sich bei den Neuseeländern zu Hause oder in Hostels. Dort gibt es meistens nur sogenannte Plunger. Die deutsche Bezeichnung lautet Pressstempelkanne, in Deutschland vor allem durch die dänische Firma Bodum bekannt. Das Problem dabei: Ich mag diesen Kaffee nicht. Ich mag den Geschmack nicht und möchte auch keine Kaffeekrümmel in meinem Becher haben.

Was ich hingegen gerne mag, ist Kaffee, der per Hand durch einen Kaffeefilter aufgegossen ist. Als meine Kaffeemaschine zu Hause vor ein paar Jahren kaputt ging, habe das zwei Jahre lang gemacht. Ich habe einfach Wasser im Wasserkocher erhitzt und durch den Kaffeefilter mit Filtertüte gegossen.

Um also den Bodum-Kannen zu entgehen, haben Tina und ich in den Unterkünften nach Kaffeefiltern gesucht. Es war keiner zu finden. Wir haben in Supermärkten und Fachgeschäften geschaut, ohne Erfolg. Sogar in Second-Hand-Geschäften waren wir, weil wir dachten, dass Kaffeefilter hier vielleicht als altmodisch gelten. Auch nicht. Im Internet wurden wir dann schlau. Der Kaffeefilter ist eine deutsche Erfindung von Melitta Bentz. Er ist in Deutschland und einigen anderen Ländern bekannt, aber kaum in Neuseeland. Was es aber in Neuseeland schon gibt sind die Papierfiltertüten. Immerhin.

Kaffeefilter

Melitta-Filter mit Papierfiltertüte. By Elke Wetzig (Elya) (Own work) [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Meisterwerke der Improvisation – MacGyver lässt grüßen

Tina und ich begannen mit einer Reihe von Kaffeefilter-Improvisationen. Es begann mit einem Werk bestehend aus Schraubverschlussöffner, Wäscheklammern und einem unterstützenden Sieb.

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Etwas einfacher umzusetzen war ein Konstruktion aus zwei Filtertüten. Die erste wird über den Rand geklappt und dient einer zweiten als Halter. Auch hier kommen Wäscheklammer zum Einsatz.

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Konstruktion Nr. 3: Damenstrumpf als Halter + Wäscheklammer. Wie man sieht, haben wir die Glaskanne von Bodum immer gerne eingesetzt, nur ohne den Pressstempel.

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Wider Erwarten klappte es mit einem Trichter nicht so gut. Der Papierfilter klebt am Trichter fest und der Kaffee kann nicht gut ablaufen.

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Einen Tipp aus dem Internet haben wir auch ausprobiert: Pappbecher, Papierfilter und Löffel.

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Was ich an dieser Stelle noch ergänzen möchte: Alle Konstruktionen waren geschmacklich sehr erfolgreich. Da sie auf dem selben Prinzip basierten wie ein Kaffeefilter, schmeckte der Kaffee auch so gut.

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Isch habe gar kein Auto…

Wir wollten aber weiterhin einen richtigen Filter, ohne unsere Improvisationsfähigkeiten einsetzen zu müssen. Da wir die Hoffnung aufgaben, einen Filter in Neuseeland kaufen zu können, bestellten wir einen Filter aus Deutschland. Das bestellte Modell ist extra für Camping-Zwecke entwickelt worden und passt perfekt in unser Reisegepäck, dazu aber später mehr.

Und doch…

Ironischerweise ereigneten sich nach der Bestellung des Kaffeefilters doch noch einige Begegnungen mit Kaffeefiltern in Neuseeland

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Im Hostel fanden wir einen Einsatz einer Kaffeemaschine. Schon sehr nah dran.

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Ein Leidensgenosse im Hostel. Dieser Gast aus Brasilien hatte seinen eigenen Filter dabei.

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Und es gibt sie doch zu kaufen: Porzellanfilter in Raglan.

Der Ortlieb-Kaffeefilter

Und dann kam er per Post: Unser neuer Kaffeefilter. Eine neue Ära begann.

neuseeland_kaffee_ortlieb_filter_eingepackt

neuseeland_kaffee_ortlieb_filter_leer

neuseeland_kaffee_ortlieb_filter_aufgegossen

Der Filter von Ortlieb lässt sich im Gepäck platt zusammendrücken. Wenn man ihn benutzt, steckt man zwei Gabeln, Löffel oder Zeltheringe in dafür vorgesehene Laschen. Dadurch bekommt der Filter eine Stützkonstruktion und wird durch das Gewicht in Form gebracht. Das Material erinnert an LKW-Plane und ist abwaschbar.

Fazit

Nehmt euch diesen Bericht zu Herzen, bevor ihr nach Neuseeland kommt. Geht in euch und fragt euch: Melitta Bentz oder Peter Bodum? Und dann kommt entsprechend ausgestattet hierher.

2 Kommentare zu „Kaffee in Neuseeland: Von Flat White und Melitta-Filtern

  1. Ben

    Ich sitze gerade in Auckland in einem Starbucks und lese diesen Blog da ich gestern erst in NZ angekommen bin…Den Flat White werde ich dann wohl mal ausprobieren…

    Antworten

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