Tag 8 – Into the Wild* – von Tulomne Meadows zu den Young Lakes

Heute geht es los vom Parkplatz „Stables“ rauf zu den Young Lakes. Es sind drei Seen auf Höhe von fast 3000 m. Da die drei Seen unterschiedlich hoch liegen, werden sie auch Lower Lake, Middle Lake und Upper Lake genannt. Wir wollen insgesamt einen Rundkurs laufen: Auf dem Hinweg einen westlichen Bogen, auf dem Rückweg einen östlichen Bogen am Dog Lake vorbei. Die Route haben wir im GPX-Format (http://explore.thehumanpace.com/young-lakes.html) auf dem Smartphone, außerdem Offline-Karten für das Gebiet in der App Maverick (mehr Infos dazu unter Vorbereitungen). Die App werden wir aber nicht benötigen, da der Weg sehr einfach zu finden ist. Die Wanderung hat eine Länge von etwas mehr als 6,5 Meilen (ca. 10,5 km) pro Strecke.

Wir packen zwei Rucksäcke. Wir nehmen viel Wasser mit, eine komplette Gallone und zwei Literflaschen. Damit wir zwei Tage durchhalten wollen wir Wasser aus Seen und Flüssen nehmen und abkochen. Wir haben soviel Gepäck, dass ein Schlafsack unten an einen Rucksack gebunden werden muss.

Nachdem wir ein bisschen trödeln (gutes Zeichen, wir sind wieder in unserem Rhythmus und der Jetlag scheint überwunden zu sein) kommen wir um 11.15 Uhr los. Vorher haben wir alle Lebensmittel und Hygieneartikel in einen öffentlichen Anti-Bären-Schrank gepackt, von denen eine ganze Reihe neben den Parkplätzen stehen.

Jetzt geht's los...

Jetzt geht’s los…

Die Wanderung ist sehr schön und sehr ruhig. Wir sehen wenige Wanderer. Und wenn wir doch mal welche sehen, sind alle erfreut, mal wieder jemanden zu treffen, man grüßt sich und es kommt oft zum Small Talk. Mit den Leuten, die auch großes Gepäck haben (die mit einer Wilderness Permit, alle anderen machen Tageswanderungen), sprechen wir vor allem über das Ziel der Wanderung und darüber, wo man am besten sein Zelt aufschlagen kann. Erneut sind wir begeistert von der guten Laune und der Freundlichkeit der Amerikaner.

So sah es aus, als wir losliefen, danach waren wir die meiste Zeit im Wald

So sah es aus, als wir losliefen, danach waren wir die meiste Zeit im Wald

Auf der Wanderung sehen wir hunderte von toten Bäumen, die von Termiten zerfressen wurden. Gruselig, wie so kleine Viecher so große Bäume umlegen können. Ich habe am nächsten Tag die Rangerin gefragt, ob es ein Problem sei, aber scheinbar ist es der normale Lauf der Dinge. Bären sehen wir keine, aber bilden uns ein Spuren gesehen zu haben. Schade eigentlich. So aus ungefährlicher Distanz hätte ich doch gerne einen gesehen.

Wir machen ein paar Pausen. Die Rucksäcke sind sehr schwer, da wir Zelt und Schlafsäcke mitnehmen. Neben Wasser gibt es getrocknete Früchte, Nüsse und Kräcker zur Stärkung. Der Pfad ist eindeutig, es gibt praktisch keine Abzweigungen. Es scheint in dem näheren Gebiet nur diesen Trail zu geben und es ist einfach, diesem zu folgen.

Irgendwann erreichen wir den ersten der drei Young Lakes, den sogenannten Lower Lake. Zum Zelten lädt es hier noch nicht ein und wir laufen weiter. Kurz vor dem zweiten See, ca. 100 m entfernt, schlagen wir unser Zelt auf. Wir verzichten auf den Seeblick, haben dafür weniger Moskitos, einen sandigen und angenehmen Untergrund sowie ein paar Felsbrocken, die ein bisschen Windschutz bieten.

Wir sehen wenige andere Zelte an den drei Seen. Zum einen sind die Permits begrenzt, zum anderen machen vielleicht auch einige trotz Permit einen Rückzieher.

Bereits während der Wanderung setzen bei mir leichte Kopfschmerzen ein, am Abend werden diese stärker. Total ätzend! Wahrscheinlich der Höhe geschuldet und ein erstes Symptom der Höhenkrankheit. Wie gesagt sind wir auf ca. 3000 m, so hoch war ich vorher noch nie. Eine Tablette nach dem Abendessen wirkt erst 1,5 h nach der Einnahme. Das Abendessen besteht aus einen Asia-Nudel-Fertiggericht, was wir mit Wasser aufgießen müssen. Das Wasser entnehmen wir dem Middle Lake und lassen es ca. 12 Minuten kochen bevor wir es verwenden, um Keime abzutöten. Einen Wasserfilter haben wir nicht, da uns dieser für nur einen Tag zu teuer war (» Amazon, ca. 80 €). Über deutlich günstigere Tabletten (» Amazon) haben wir uns auch informiert, sie sollen nach Chlor schmecken. Abkochen tut’s auch.

Das Zelt steht, der Schädel brummt

Das Zelt steht, der Schädel brummt

Beim Anmachen des Kochers entsteht eine große Stichflamme. Letztendlich passiert dabei nichts, weil ich mit dem Gesicht nicht zu nah am Kocher war und schnell zurückschrecke. Der Anstieg auf die Höhe hat bewirkt, dass der Druck in der Gasflasche angestiegen ist. Tipp: Erst kurz das Ventil aufdrehen und Gas entweichen lassen, damit sich der Druck abbaut. Erst dann das Gas anzünden.

Um 20.30 Uhr legen wir uns erschöpft schlafen.

* Es erging uns am Ende besser als Christopher McCandless. Ich selbst kenne nur den Film, das Buch soll aber auch gut sein. Oder man gibt sich nur dem tollen Soundtrack von Pearl Jam-Sänger Eddie Vedder hin.

Kosten
keine 0 $

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