Gomera: Zwei Wochen Entspannen auf der Finca Argayall

Letztes Jahr haben wir unseren Sommerurlaub auf Gomera verbracht. Zwei Wochen lang im August haben wir es uns hier gut gehen lassen.

Wieso Gomera?

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Die Jahre zuvor sind wir immer mit dem Auto unterwegs gewesen und immer von zu Hause aus losgefahren. Unsere Reisen nach Italien, Frankreich und Norwegen endeten also immer damit, dass wir über 3.000 km Auto gefahren sind. Für 2012 hatte ich den Wunsch, das anders zu machen, also ins Flugzeug zu steigen und vor Ort, wenn überhaupt, wenig Auto zu fahren.

Aber ein Cluburlaub sollte es auch nicht werden. Wir stellten uns einen Urlaub vor, in dem wir sowohl entspannen als auch wandernd die Natur genießen können. Bei einem Termin im Reisebüro waren zunächst Korsika, Mallorca und Teneriffa in der engeren Wahl.

Während wir zu Hause in die Recherche nach Ferienwohnungen auf diesen Inseln versunken waren, entdeckte ich auf veggie-hotels.de die Finca Argayall. Gomera kannten wir bis dahin überhaupt nicht. Schnell bekamen wir zu lesen, dass Gomera ein Wanderparadies ist, welches vom Massentourismus noch nicht erfasst wurde. Irgendwie haben es uns die Finca und die Insel dann so angetan, dass wir alle anderen Pläne verworfen haben.

Waldbrände auf Gomera

Kurz vor unserem Urlaub kam es auf Gomera zu verheerenden Waldbränden. Teile des Unesco-geschützten Nationalparks Garajonay wurden zerstört, Bewohner des Valle Gran Rey mussten ihre Häuser verlassen, wichtige Straßen wurden gesperrt.

Wir waren etwas verunsichert, da wir die Lage von Deutschland aus nicht abschätzen konnten. Wir fragten uns, ob wir überhaupt zu unserer Unterkunft gelangen können und ob Wanderungen möglich sind.

Interessant war, dass die deutschen Medien immer einen Tag später berichteten als die einheimischen, und natürlich auch nicht sehr detailliert. Ich habe tatsächlich mithilfe von Google Übersetzer spanische Zeitungsberichte gelesen. Als es in den Berichten nicht mehr um Gefahren sondern um Schuldzuweisungen ging, hatte ich das Gefühl, dass unser Urlaub problemlos stattfinden kann.

Unterkunft

Die Finca Argayall ist ein kleines Paradies. Etwas abgelegen direkt am Meer, leckeres Essen, nette Menschen, zwei Pools, einfach alles was unser Herz begehrte. Das Essen ist vegetarisch und bis auf mittwochs gibt es Vollpension. Mit eigenem Computer kommt man gratis ins Netz (kein WLAN!) und es gibt ein großes öffentliches Bücherregal zum Tauschen von Büchern. Gegen ein kleines Entgelt kann man Fahrräder leihen.

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Wer will, kann am Meditationsprogramm teilnehmen. Das reicht vom sportlichen Yoga bis zum Mantrasingen.

Auch wenn die Finca hotelähnlichen Service bietet, ist sie nicht das typische Hotel. Auf der Finca wohnen nicht nur die Gäste sondern auch das Personal. Man lebt hier mehr miteinander als dass man sich bedienen lassen würde. Damit meine ich nicht, dass die Gäste hinter’m Herd stehen, sondern dass man hier sehr respektvoll miteinander umgeht.

Wir haben hier zwei Wochen verbracht. Die meisten Gäste bleiben nur eine Woche. Wir wollten uns aber richtig entspannen. Nicht jeden Tag Action, sondern auch mal abhängen und viel lesen (ich glaube ich habe es auf 5 Bücher gebracht). In diesem Urlaub sind auch die ersten Ideen für die Online-Tagebuchanwendung monkkee entstanden.

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Die Finca liegt am Rand des Valle Gran Rey. Das Valle ist bekannt für seine vielen Aussteiger aus Deutschland. Nicht wundern, wenn man in der Boutique oder im Trekkingladen auf deutsch angesprochen wird.

Anreise

Gomera hat keinen eigenen Flughafen. Deshalb reist man üblicherweise über Teneriffa-Süd an. Von dort aus geht es mit der Fähre rüber nach San Sebastian auf Gomera. Es gibt zwei Anbieter: Fred Olsen und Armas. Wer wie wir im oder in der Nähe des Valle Gran Rey wohnt, muss dann noch einmal quer über die Insel. Wir haben dafür auf dem Hinweg den öffentlichen Bus gewählt und uns auf dem Rückweg mit anderen Gästen ein Taxi geteilt. Wer will kann natürlich auch in San Sebastian einen Mietwagen nehmen, z.B. von Sunny Cars.

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Einer der ersten Eindrücke vieler Besucher: Hafenstadt San Sebastian und im Hintergrund der Teide auf Teneriffa

Wanderungen

Aufgrund der Brände waren nicht alle Gebiete zugänglich. Letztendlich haben wir drei größere Wanderungen gemacht. Die beiden letzten sind im Buch Gomera Wanderführer mit 35 Touren enthalten.

Barranco de Argaga

An dieser Wanderung scheiden sich die Geister. Für die einen ist sie eine der schönsten Touren, für die anderen ein Wahnsinn, den man sich nicht antun sollte. Tatsächlich ist es so, dass die Tour nur in eine Richtung empfohlen wird (bergauf) und niemals bei Regen, da sie sehr viele steile Kletterstellen enthält. Aber auch bei Trockenheit kann hier was passieren.

Wir hatten von der Wanderung gelesen. Ich war hellauf begeistert und Tina grübelte, wie sie es schafft, dass wir sie nicht gehen. Eines Tages fragten wir den Koch, ob er eine Wanderung empfehlen könne. Es sagte, dass hinter dem Haus ein schöner Weg beginnt. Ich fand diesen auch auf einer kleinen Karte und los ging’s. Erst nach fast einer Stunde während der ersten Pause fanden wir hieraus, dass es sich um die besagte Wanderung handelt. Und da man diese niemals in die andere Richtung laufen soll, war klar, dass wir weitergehen müssen.

So jetzt mal was Nettes: Die Wanderung ist wirklich gut. Die Landschaft und die Fauna ist sehr abwechslungsreich. Die Wanderung ist sportlich interessant, man muss allerdings sehr konzentriert wandern und auf seine Füße schauen.

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Wir hatten ein bisschen wenig Wasser mit und mussten, als wir nach einigen Stunden eine Siedlung erreichten, die Anwohner nach Wasser fragen. Auch sind wir mit der Dämmerung erst in El Cercado angekommen. Wir haben uns also ein bisschen dämlich angestellt. Wer planvoller vorgeht, wird ein tolles Wandererlebnis haben.

Rundwanderweg von Las Hayas über den Rastplatz Las Creces

Tour Nr. 21

Der Weg startet in der Casa Efigenia und führt dann durch den märchenhaften Lorbeerwald des Nationalparks Garajonay. Das viele Grün ist eine schöne Abwechslung zur sonstigen Vegetation der Insel. Pflichtprogramm ist die Einkehr im Restaurant Casa Efigenia.

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Über die Hochebene Riscos de la Mérica nach Arure

Tour Nr. 18

Die Tour startet im Valle Gran Rey. Wir sind direkt von der Finca losgelaufen. Da wir keine Frühaufsteher sind, gerieten wir in die Mittagshitze. Und da zu dieser Zeit der Calima Saharaluft nach Gomera brachte, war es ziemlich heiß. Früher oder später losgehen ist zu empfehlen.

Aber die Wanderung ist toll. Man kann sich immer wieder umdrehen und das Valle sehen, wie es immer kleiner wird, und dahinter das Meer. Zwischendurch haben wir ein kleines Picknick gemacht und dabei Eidechsen beobachtet.

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Blick auf Vueltas und den Hafen

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Am Ende der Tour sind wir in der Casa Conchita eingekehrt, ein Restaurant in Arure. Zurück wollten wir eigentlich mit dem Bus, sind dann aber getrampt, nachdem wir diesen knapp verpasst hatten. Das ist kein Problem gewesen.

Playa del Ingles

Der Playa des Ingles ist ein schöner Strand mit schwarzem Sand, mit dem Fahrrad von der Finca aus gut zu erreichen. Hier geht es etwas freizügiger zu. Nackt in der Sonne liegen oder baden ist hier kein Problem. An den meisten anderen Stränden ist das nicht gern gesehen.

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Whale Watching

Kurz vor Ende unseres Aufenthalts haben wir eine Whale Watching Tour gemacht. Anbieter war Oceano. Ich habe mir aus Angst vor einem Sonnenstich noch einen Hut gekauft. Auf der zweistündigen Tour haben wir einen Brydewal gesehen (ich dachte lange Zeit es wären mehrere Wale, bis ich gemerkt habe, dass es der gleiche ist, der mal rechts mal links, mal vorne und hinten auftauchte), Schildkröten und Delfine. Die ca. 12 Delfine waren das Highlight. Einer schwamm eine Zeitlang in der Bugwelle und war nur zwei Meter von mir entfernt. Als das Schiff die Rückfahrt antrat, haben die Delfine zum Abschied eine richtige Show abgezogen, indem sie mehrfach aus dem Wasser gesprungen sind. Die wussten genau, was hier vor sich geht, und ich frage mich im Nachhinein, wer hier wen „watcht“.

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Mann mit Frau und Hut

Angehende Mittelohrentzündung und ärztliche Versorgung

Leider bekam ich während des Urlaubs eine angehende Mittelohrentzündung. Ich war beim deutschsprachigen Arzt Oliver Weber. Die Kosten von 80 Euro für eine mehrtägige Behandlung musste ich zunächst vorstrecken, habe aber einen Großteil von meiner Krankenversicherung wiederbekommen. Die Medikamente in der Apotheke sind verglichen mit Deutschland sehr günstig.

Mit einer Ohrenentzündung sollte man nicht spaßen, denn wenn diese nicht vor dem Rückflug auskuriert ist, kann der Flug zur Hölle werden.

Weitere Tipps

Habibi

Leckeres arabisches Restaurant in Vueltas

Der Valle-Bote

Inselzeitung mit umfangreichen und aktuellen Informationen

Cafe der anderen Art

Wie der Name schon sagt, ein etwas anderes Café mit leckeren Getränken und Snacks, Internet und einem öffentlichen Bücherregal

Weitere Blogs zu Gomera

5 Kommentare zu „Gomera: Zwei Wochen Entspannen auf der Finca Argayall

  1. Andreas

    Ich wollte eigentlich auch zu der finca aber die ganzen hunde und die hundescheisse die dort so rumlag haben mich dazu bewogen woanders hinzugehen

    Antworten
  2. Pingback: Eidechsen und Geckos – Mandalavision

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