Goa: portugiesischer Einfluss, Strände und das Diwali-Fest

Krank in Indien

Bevor es an die Strände von Goa geht, möchte ich kurz berichten, was uns selbst vor der Reise interessierte. Wie ist es, in Indien krank zu sein? Zwar hat mich nicht der berühmte Reisedurchfall erwischt, aber unangenehm war es trotzdem. 4 Tage lang habe ich mich mit Fieber herumgeschlagen.

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Glück im Unglück. In der 1. Klasse war die 12-stündige Zugfahrt kein Problem.

Bereits in Pune fing das an, aber der erste Tag ging noch. Am zweiten Tag stand eine 12-stündige Zugfahrt auf dem Programm. Da wir uns bei der Planung einige Wochen zuvor noch nicht mit den Zugklassen auskannten, hatten wir für diese Strecke etwas dekadent die 1. Klasse gebucht. Ein Mega-Glücksgriff in meinem Fall. Ich konnte in unserem 2-Personen-Abteil (!) den ganzen Tag schlafen.

In Old Goa, unserem ersten Ziel in Goa, habe ich ebenfalls viel Zeit mit Schlafen verbracht, aber die Temperatur hielt sich leider bei mehr als 39°C. Paracetamol half, diese temporär zu senken. Am dritten Tag ging es dann zum Arzt. Ein sehr interessantes Erlebnis. Die Arztpraxis hatte von außen große Ähnlichkeit mit dem Kiosk neben an. Drinnen gab es einen kleinen Wartebereich, der aber nur mit einem Vorhang vom Behandlungszimmer getrennt war. Zudem war auch noch der Strom ausgefallen und eine Notbeleuchtung im Einsatz. Der Arzt sprach gutes Englisch und machte einen kompetenten Eindruck. Leider bekam ich am Ende aber eine Reihe von Medikamenten verschrieben, u.a. Breitband-Antibiotikum, die nicht sehr zielgerichtet auf meine Krankheit abgestimmt waren.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich habe einfach weiter Paracetamol genommen und das Fieber ging bald weg. Ich war aber trotzdem total gerädert und es dauerte seine Zeit, bis ich wieder fit war. Wahrscheinlich war es ein grippaler Infekt. Um Malaria und Typhus auszuschließen, haben wir in einem Labor in Old Goa Bluttests machen lassen.

Ein Tipp noch zum Finden von Ärzten und Krankenhäusern: Die deutschen Konsulate helfen gerne bei der Suche. Tina hatte die Vertretung in Goa angerufen und mit einer sehr fach- und ortskundigen Mitarbeiterin gesprochen.

Old Goa

Old Goa hat natürlich mehr zu bieten als einen Arzt. Die Stadt hat eine bedeutende Geschichte, war die Hauptstadt von Portugiesisch-Indien und hatte in ihrer Blütezeit 300.000 Einwohner. Aus dieser Zeit stammen mehrere prunkvolle Gebäude, z.B. die Kathedrale Sé Catedral und die Basílica do Bom Jesus.

Heutzutage wohnen im Ort nur noch ca. 5.500 Einwohner. Diese Mischung aus Dorf und geschichtsträchtigen Gebäuden finde ich persönlich sehr witzig und skurril.

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Sé Catedral

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Basílica do Bom Jesus

Panaji

Panaji ist die heutige Hauptstadt von Goa. Goa war 450 Jahre lang portugiesische Kolonie und in Panaji konnten wir einiges entdecken, was den portugiesischen Einfluss dokumentiert. Die Architektur und Farben der Gebäude unterscheiden sich von dem, was wir bisher in Indien erlebt hatten.

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Dona Paula – endlich Strand

Dona Paula ist ein Viertel im Südwesten von Panaji. Das Hotel The Hawaii Comforts hat uns gut gefallen. Von hier aus war es nur ein kleiner Spaziergang zum Strand und zu einem schönen Aussichtspunkt, von dem aus man den Sonnenuntergang und Delfine sehen kann.

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Ich weiß, dass ich keinen Naturfotowettbewerb damit gewinne, aber der kleine schwarze Punkt unten links ist ein Delfin.

Diwali oder Krishna vs. Narakasur

Diwali ist ein bedeutendes, mehrtägiges hinduistisches Fest. Es fand während unseres Aufenthalts in Indien statt. Diwali wird in verschiedenen Teilen Indiens auf verschiedene Weise gefeiert, auch wenn es eine gemeinsame Kernaussage (laut Wikipedia „der Sieg des Guten über das Böse, Licht über Dunkelheit und das Erkennen eigener innerer Stärken“) gibt.

Typisch für Goa ist das Naraka-Chaturdashi-Fest am zweiten Tag von Diwali, in dessen Mittelpunkt die zeremonielle Darstellung des Sieges Krishnas über den Dämonen Narakasur steht. Überall in der Region werden riesige Narakasur-Statuen aus Pappmaché gebaut, die mit Feuerwerkskörpern gefüllt werden und um 4 Uhr morgens angezündet werden.

Leider konnten wir dem Fest nicht beiwohnen, da wir zu diesem Zeitpunkt Goa schon wieder verlassen hatten. Aber die Vorbereitungen konnten wir miterleben.

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Arambol – Hippie-Enklave und Partyort

Von Panaji sind wir mit dem Taxi nach Arambol gefahren. Hier wollten wir ein bisschen von dem Hippie-Flair sehen, das man diesem Ort nachsagt.

Wie hippie-lich der Ort wirklich ist, kann ich nach einem Tag hier nicht wirklich sagen. Wem es reicht, dass man hier Marihuana am Strand kaufen kann, der wird schnell glücklich. Wer aber wirklichen Hippie-Spirit entdecken möchte, der muss zunächst eine touristische Fassade aus Souvenir-Shops, Klamottenständen und Partyschuppen durchbrechen. Wer ihn findet, darf gerne unten einen Kommentar hinzufügen.

Am besten hat uns die Natur gefallen. Der Blick aufs Meer mit vielen kleinen Felsen ist wunderschön. Der Strand ist eingefasst von Hügeln und grünen Wäldern. Unsere Unterkunft Shree Sai Cottages hat uns ebenfalls gefallen.

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Unser Zug Richtung Hampi ging von Vasco da Gama aus. Dorthin sind wir mit dem Bus gefahren. Das war eine schöne Erfahrung, denn es zeigte, dass das Busnetz sehr gut organisiert und ausgebaut ist. Wir mussten zweimal umsteigen, in Mapusa und Panaji. Der Preis war natürlich supergünstig.

Berufung: Softwareentwickler

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Zu guter Letzt ein paar Wort in eigener Sache. Dieses Foto ist in Dona Paula, Panaji entstanden. Es zeigt einen zuverlässigen und leidenschaftlichen Softwareentwickler, der am Straßenrand mithilfe einer 3G-Internetverbindung einen zeitkritischen Kundenwunsch erfüllt.

Auch wenn ich mittlerweile seltener vom Straßenrand aus arbeite, mein Einsatzwille ist ungebrochen. Rufen Sie noch heute an 🙂

3 Kommentare zu „Goa: portugiesischer Einfluss, Strände und das Diwali-Fest

  1. Grumpynomad

    Vor Szenen wie auf dem letzten Bild dargestellt habe ich mich ehrlich gesagt immer gefürchtet und mich selbst daher gegen das digitale Nomadentum auf Weltreise entschieden. Meine Kunden dürfen jetzt gerne zeitkritische Wünsche für ihre Websites haben – nur eben ohne mich (und genau genommen sind sie damit auch nicht mehr meine Kunden). Respekt jedenfalls vor soviel Einsatzwillen!

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  2. Pingback: Hampi: Weltkulturerbe in einer beeindruckenden Tempellandschaft - Björns Reiseblog

  3. Pingback: Krank auf Reisen | Finding Hummingbirds

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