Drei Tage in der Stadt Pune in Indien

Von Matheran ging es für uns weiter ins nicht allzu weit entfernte Pune.

Während der 3 Tage haben wir in einer Airbnb-Unterkunft gewohnt. Wir haben ein Zimmer mit eigenem Bad in einem sehr schönen Appartement bezogen. Wir fühlten uns an unsere vielen Airbnb-Erlebnisse in Neuseeland erinnert. Interessant war der Einblick in das Leben der indischen oberen Mittelschicht. Das Appartement ist sehr groß, geschmack- und stilvoll eingerichtet und gemütlich. Die Hausarbeit wird von einer „Maid“ erledigt, die jeden Morgen vorbeikommt. Auch unser Frühstück wurde von ihr zubereitet. Die Appartement-Anlage ist typisch für indische Großstädte. Mehrstöckige Häuser befinden sich auf einem Gelände mit eigenem Wachpersonal. Das Wachpersonal ist gleichzeitig behilflich, wenn die Bewohner eine Autorikscha benötigen.

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Exkurs: Autorikscha fahren in Indien – so macht man es richtig

In Pune mussten wir einige Male Rikscha bzw. Tuktuk fahren, da die Stadt sehr groß ist. Hier haben wir einige Lektionen gelernt. Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf unsere Erfahrungen als Touristen.

Bevor man in eine Rikscha einsteigt, wird man stets nach dem Ziel gefragt. Sobald man die Antwort gibt, wird ein erhöhter Preis genannt, der ca. 3 mal so hoch ist, wie der reguläre Preis. Mit dem regulärem Preise meine ich den, der per Taxameter („Meter“) ermittelt wird. Alle Rikschas haben nämlich ein Taxameter, genauso wir die Taxis in Deutschland.

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Autorikscha mit Taxameter

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder handeln, so dass man am Ende „nur“ noch 50% mehr zahlt als den reguläre Preis. Das sollte mit den meisten Fahrern möglich sein.

Oder man besteht darauf, dass das Taxameter eingesetzt wird. Dazu muss man allerdings erst einmal einen Fahrer finden, der sich darauf einlässt. Gerade an Hotspots wie Bahnhöfen dauert diese Suche etwas länger. Wir waren häufig ganz stolz, wenn wir erfolgreich auf den Meter bestanden haben.

Wenn die Welt doch so einfach wäre. Denn auf einer Fahrt mit dem Meter hat der Fahrer leider den Anreiz, diese künstlich zu verlängern. Da fährt er hier einmal falsch und verpasst dort die Abfahrt und ehe man sich versieht, zeigt das Taxameter einen Betrag an, den man auch pauschal hätte verhandeln können. Mit dem Nachteil, dass die Fahrt sowohl für den Fahrgast als auch für den Fahrer 10 Minuten länger dauert. Lose-Lose-Situation nennt man das wohl. Vorbeugen kann man, indem man den Fahrer überwacht und per Smartphone und GPS die Strecke auf einer Karte verfolgt. Eine entspannte Fahrt ist das dann nicht mehr.

Wie man sich am Ende entscheidet, muss jeder selbst wissen. Dass man als Tourist die selbe Behandlung erfährt wie die Einheimischen, ist in Indien selten der Fall.

Stadt der Gegensätze – Tradition und Moderne, arm und reich

Pune ist wie viele andere indische Großstädte aufstrebend und fortschrittlich. Das führt zu einem ganz gemischten und spannenden Alltagsbild. Hier traditionelle Saris, dort T-Shirts. Das Ganze in Harmonie. Wir haben häufig Familien auf der Straße gesehen, in denen die ältere Generation traditionell gekleidet war, während die Jüngeren einen eher westlichen Stil trugen.

Das Schöne daran: beides hat seinen Reiz.

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Traditionelle Kleidung ist häufig sehr bunt und schön anzusehen.

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Das moderne Indien unterscheidet sich in der Klamottenwahl kaum von uns.

Leider haben wir auch das Nebeneinander von arm und reich kennengelernt. So kamen wir auf dem Weg zu einer modernen Mall an einem Slum vorbei. Während hier die Menschen in einfachsten Behausungen ohne Wasserversorgung leben, werden dort, nur ein paar hundert Meter entfernt, teure Markenklamotten verkauft.

Unsere Motivation für die Mall war allerdings unser zweiter Bollywood-Film. Weniger Action, dafür viel Pathos. Wieder super!

Osho-Ashram

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Gehören im Viertel Korgeaon Park zum Alltag: Mitglieder des Osho-Ashrams im Gewand.

Unsere Unterkunft war nicht sehr weit vom Osho-Ashram entfernt, ein Meditionszentrum, das Anziehungspunkt für Menschen aus der ganzen Welt ist. Wir wollten uns dort das Multimedia-Zentrum ansehen, um einen kleinen Einblick zu bekommen. Da allerdings vor ein paar Jahren nur ein paar Blocks entfernt ein Terroranschlag auf eine deutsche Bäckerei verübt wurde, sind die Sicherheitsauflagen so streng geworden, dass das Multimedia-Zentrum geschlossen wurde. Unser Einblick in den Ashram bestand darin, dass wir vom Osho-Shop in den Innenhof der Anlage sehen konnten. Nachdem wir dort ein paar Jünger beim morgendlichen Meditationstanz ohne Musik beobachten konnten, hatten wir das Gefühl, den gewünschten ersten Eindruck gewonnen zu haben.

Die Altstadt rund um die Laxmi Road

Am letzten Tag haben wir noch einen Ausflug in Punes Altstadt gemacht. Zunächst haben wir uns das Raja Dinkar Kelkar Museum angesehen, in dem indische Alltagsgegenstände aus mehreren Jahrhunderten ausgestellt sind. Das Museum hat uns sehr gut gefallen.

Von dort aus sind wir ein bisschen durch die Straßen geschlendert und haben im Restaurant R. Bhagat Tarachand sehr gut gegessen. Hier ein paar Impressionen:

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In Indien wird Xerox als Wort für Fotokopie verwendet.

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Lustiges Erlebnis im Copyshop: Ich durfte selbst ran, als es mit dem Ausdrucken eines Formulars nicht direkt klappte.

Mehr zu Pune und zur Altstadt hat die Weltenbummlerin beschrieben: Pune – Entdeckungen abseits der Ashrams.

Am späten Nachmittag ging es dann wieder zurück nach Mumbai, von wo wir in aller Frühe weiter nach Goa fuhren.

3 Kommentare zu „Drei Tage in der Stadt Pune in Indien

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  2. Ivana

    Hi Björn,

    danke für die Verlinkung 🙂
    Wart ihr in der Phoenix Mall im Kino? Da läuft man auch ein ganzes Stück an den ärmeren Behausungen vorbei.
    Bei den Tuk-Tuks versuchen sie übrigens auch die Inder über den Tisch zu ziehen. Selbst meine Kollegen mussten da immer handeln. Da waren vielleicht die Startpreise nicht so hoch, feilschen mussten sie trotzdem 😉

    Viele Grüße,
    Ivana

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