Der Bergort Matheran: Toy Train, Pferde und ganz viel Ruhe

Ein ruhiger Bergort in Großstadtnähe

Nicht weit von Mumbai entfernt liegt der Bergort Matheran. Der Ort wurde 1850 von den Briten entdeckt und gegründet, schon damals als Erholungsort. Viele Einwohner Mumbais nutzen Matheran als Fluchtort für das Wochenende. Denn Matheran hat einiges zu bieten, was das Großstadtherz begehrt.

In Matheran fahren keine Autos, Motorräder oder Autorikschas. Die Luft ist daher sehr sauber und es herrscht eine für Indien sehr untypische Stille, denn Hupgeräusche sorgen sonst überall im Land für eine Dauerbeschallung.

Es gibt auch keine Elektrofahrzeuge, auch wenn das bereits diskutiert wird. Stattdessen werden die Gäste des Ortes und allerlei Lasten mit dem Pferd transportiert. Hunderte Pferde gibt es in Matheran. Das Ausreiten mit dem Pferd zu einigen sehr schönen Aussichtspunkten ist die Hauptattraktion in Matheran.

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Man kommt mit dem Taxi nicht in den Ort. Das letzte Stück muss man zu Fuß oder zu Pferd meistern.

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Tina wollte dann doch nicht mehr reiten und wir haben dem Pferd nur unser Gepäck überlassen.

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Pferde müssen in Matheran alles transportieren, selbst Baustoffe.

Die Nicht-Fahrt mit dem Toy Train

Eine weitere Besonderheit an Matheran ist die Zuganbindung. Denn eigentlich eignet sich die steile Bergstrecke vom Ort Neral am Fuße des Bergs bis nach Matheran überhaupt nicht für eine Zugstrecke. Doch Abdul Hussein Adamjee Peerbhoy, Sohn einer reichen indischen Familie, sah das anders und ließ eine serpentinenreiche Zugstrecke bauen. Der Zug, eine Schmalspurbahn mit einer Spurbreite von nur 61 cm, wird liebevoll Toy Train genannt. Der Name passt auch gut zur Durchschnittsgeschwindigkeit von 10 km/h und der Höchstgeschwindigkeit von 16 km/h.

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Der Toy Train hatte uns bei der Reisevorbereitung sehr fasziniert und war der Hauptgrund, nach Matheran zu fahren. Während der Monsoon-Zeit fährt der Zug jedoch nicht. Wir haben im Vorfeld vergeblich versucht herauszubekommen, ob der Zug wieder in Betrieb ist. Im Internet stand nichts dazu und auch per E-Mail und Telefon hatten wir keinen Erfolg. Erst vor Ort erfuhren wir, dass wir eine Wochen zu früh dran waren. Ein bisschen enttäuscht waren wir schon, aber im Nachhinein hatte Matheran auch so seinen Reiz. Statt mit dem Zug sind wir mit dem Taxi hochgefahren. Das Taxi wird zum Standardpreis von 70 ₹ pro Person (Shared Taxi) oder 350 ₹ pro Taxi angeboten.

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Wir konnten den Toy Train leider nur von außen ansehen.

Eine schöne deutschsprachige Dokumentation über den Toy Train haben wir hier gefunden. Die hat uns ein wenig über das verpasste Erlebnis hinweggetröstet.

Drei entspannte Tage

Untergekommen sind wir im liebevoll geführten Hope Hall Hotel. Das Hotel ist eins der wenigen günstigen Hotels. Da die Hauptzielgruppe des Erholungsortes wohlhabende Bewohner Mumbais sind, sind die Preise ansonsten eher gesalzen.

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Internet gab es im Ort nicht, zumindest nicht in der Unterkunft und über unsere Telefone. So waren wir gezwungen, die Tage offline zu verbringen, was uns sehr gut tat.

Es war wirklich sehr ruhig. Wir hatten allerdings bewusst Wochentage gewählt, da wir befürchteten, dass es am Wochenende überfüllt sein könnte. Laut wurde es nur abends. In Matheran gibt es unzählige streunende Hunde. Die scheinen noch ein bisschen mehr vom Wolf in sich zu haben, denn bei Vollmond gab es eine großes Heulkonzert. Sehr amüsant!

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Die andere sehr präsente Spezies sind Affen. Überall klettern diese herum. Wir begegneten diesen jedoch mit Respekt, wir hatten in Chiang Rai in Thailand unsere Lektion gelernt.

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Natürlich haben wir uns auch die View Points angesehen. Wir haben allerdings unsere eigenen Füße einem Ausritt vorgezogen. Zwar konnten wir so nicht alle Aussichtspunkte sehen, aber es war trotzdem sehr schön.

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Charlotte Lake

Auf dem Rückweg haben wir uns erneut Hilfe beim Schleppen des Gepäcks erkauft. Diesmal aber von zwei Trägern mit einer Handrikscha.

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PS: Das folgenden Bild passt nicht ganz in zu den vielen Naturfotos, aber es ist in Matheran entstanden. Es zeigt ein indisches Phänomen. Sehr viele Werbeschilder in Indien werden gemalt, selbst Schilder mit Vodafone- oder Coca-Cola-Aufschrift. Manchmal sieht man es erst auf den zweiten Blick, hier war es schon leichter zu erkennen.

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Ein Kommentar zu „Der Bergort Matheran: Toy Train, Pferde und ganz viel Ruhe

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