Christchurch: Zwischen Zerstörung und ausdrucksvoller Hoffnung

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Unsere letzten zehn Tage in Neuseeland haben wir in Christchurch verbracht. Erneut hatten wir eine tolle Unterkunft über Airbnb. Diese Art der Unterbringung hat uns in den 12 Wochen in Neuseeland nie enttäuscht. Wir haben viele nette Bekanntschaften gemacht, meistens mit richtigen Kiwis, wir hatten stets eine saubere Küche, um uns selbst zu versorgen, und die Kosten waren immer vergleichbar mit einem Doppelzimmer im Hostel.

Christchurch polarisiert. Unfreiwillig. Denn alles steht auch über drei Jahre später noch unter dem Eindruck des großen Erdbebens vom 22. Februar 2011. Während die einen von der immer noch sichtbaren Zerstörung abgeschreckt sind, sind die anderen begeistert von der hoffnungsvollen Art, wie die Einwohner mit der Situation umgehen. Die folgenden Fotos sollen diese beide Gesichter der Stadt widerspiegeln.

Da so viele Gebäude zerstört wurden, konnten noch nicht alle Ruinen beseitigt werden. Ein Bild wie das folgende gehört immer noch zum Stadtbild, auch wenn nicht mehr so häufig wie nach dem Beben.

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Einst Wahrzeichen der Stadt, jetzt Ruine bzw. Baustelle: die Kathedrale.

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Dieses Graffiti ist den 185 Todesopfern des Bebens gewidmet.

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Beeindruckend ist die Steh-auf-Mentalität der Bewohner. Da der Stadtkern weitestgehend zerstört war, wurde recht schnell eine Alternative geschaffen: Re:START, eine aus Containern bestehende Ersatz-Innenstadt. Re:START hat eine unglaubliche Ausstrahlungskraft. Die knalligen Farben schreien förmlich heraus, was die Bewohner zusammenhält, nämlich die Hoffnung, dass irgendwann die Folgen des Erdbebens überwunden sind und der alte Glanz der Stadt zurückkehrt.

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Ein weiteres Ausfrufezeichen des Wideraufbaus ist die Masse an Street Art. Vor allem Graffitis sorgen für den ein oder anderen Farbklecks und selbst Bauzäune haben hier Charakter.

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christchurch_street_art_bauzaun_muster

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Jede Menge Aktivitäten und Besuch eines Rugbyspiels der Crusaders

Wir trafen erneut Rosana und Thiago, die wir in Dunedin kennengelernt hatten. Wir verabredeten uns häufig und nahmen uns immer wieder was vor. So haben wir zu viert oder Tina und ich zu zweit viel erlebt in Christchurch:

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Ein weiteres Highlight war der Besuch eines Rugbyspiels. Die Mannschaft von Christchurch, die sich Crusaders (= Kreuzritter) nennt, empfing die Stormers aus Kapstadt, Südafrika. Ich wollte unbedingt ein Rugbyspiel sehen, da ich fasziniert davon bin, dass die Leute in unterschiedlichen Ländern verrückt nach unterschiedliche Sportarten sind. So wie Deutschland den Fußball liebt, sieht es hier mit dem Rugby aus. Die Fahne des National Teams All Blacks sieht man hier ständig, auf Fahnen, Kleidung oder Autoaufklebern.

Die Show vor dem Spiel der Crusaders war sehr cool. Zunächst trat die Boyband Titanium auf. Kurz vor dem Spiel zogen dann leichtbekleidete und Schwerter schwingende Cheerleader ein. Doch das Highlight war der Einzug der Horsemen, zu deren Erscheinen die Zuschauer gebeten wurden aufzustehen: „Stand up for the Crusaders horsemen!“ In Puncto Pre-Show können sich die Deutschen eine Scheibe abschneiden.

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Die Crusaders haben am Ende knapp gewonnen. Ein kleines bisschen ergriffen waren wir vom Spiel, aber es überwog doch eine gewisse Irritation. Denn das Spiel war lahm, ständig wurde es unterbrochen. Kurios für uns waren die Formationen Scrum oder Line-out, die häufig eingesetzt wurden, um das Spiel nach einer Unterbrechung wieder aufzunehmen. Das Kämpferische am Spiel war interessant, aber zwischendurch auch komisch, wenn die Spieler immer wieder vergeblich versuchten, mit dem Kopf durch die gegnerische Wand zu gehen. Rugby-Fan geworden bin ich am Ende nicht. Ich bin aber froh, einen Einblick bekommen zu haben, wofür die Neuseeländer sich so sehr begeistern.

Flug nach Sydney

Von Christchurch ging es mit dem Flugzeug nach Sydney und wir verabschiedeten uns von Neuseeland. Vielen Dank für eine wunderbare Zeit! Noch ein Satz zum Flug: Wir sind mit Jetstar geflogen. Man fliegt günstig, aber bekommt auch nur das mindeste, z.B. die Mindestbeinfreiheit. Nur für Hartgesottene oder Sparschweine zu empfehlen.

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