Chiang Mai Teil 1: Leben, Arbeiten, Kaffeetrinken

Alltag und Langeweile in Chiang Mai?

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Wir sind bereits seit vier Wochen in Chiang Mai, der zweitgrößten Stadt Thailands. Das ist verglichen mit der ereignisreichen Zeit in Neuseeland und Australien ein recht langer Zeitraum. Es sieht aktuell so aus, dass wir noch weitere vier Wochen hier bleiben. Wir wohnen die ganze Zeit im gleichen Hotel und haben bereits einige Stammrestaurants. Zum Arbeiten suchen wir ebenfalls dieselben Orte auf. Es mag berechtigt sein, zu fragen: Ist das denn nicht langweilig?

Jein und nein. Zum einen lässt sich nach vier Wochen noch viel Neues entdecken, auch wenn wir uns bereits recht gut auskennen. Das Leben hier unterscheidet sich sehr stark von dem in Deutschland oder unseren bisherigen Reisezielen. Wir haben uns bereits an einiges gewöhnt und trotzdem ist immer noch eine gehörige Portion Spannung drin, am Alltag in Thailand teilzunehmen. Zum anderen haben wir uns das genauso gewünscht. Wie ich bereits in vorherigen Artikeln erwähnt habe, arbeiten wir von unterwegs aus mit unseren Computern als sogenannte Digitale Nomaden. Und Chiang Mai eignet sich sehr gut dafür. Die Internetverbindungen sind sehr gut ausgebaut und die Lebenshaltungskosten sind für uns traumhaft niedrig.

In diesem Artikel möchte ich euch an unserem Alltag teilhaben lassen. In späteren Artikeln werde ich natürlich auch die touristische Seite mit vielen schönen Fotos zeigen.

Hier „leben“ wir

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Seit unserer Ankunft vor 4 Wochen leben wir im selben Hotel, dem Sakulchai Place im Stadtteil Nimman. Das Hotel hat ein exzellentes Preis-Leistungsverhältnis. Für umgerechnet 11 Euro haben wir ein Doppelzimmer mit eigenem Bad, jeden Tag frische Handtücher und Bettwäsche, Klimaanlage, Fernseher, Kühlschrank, Wasserkocher, Instantkaffee, Mineralwasser und WLAN. Das Hotel hat außerdem einen Fitnessraum und einen Swimmingpool.

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In Deutschland oder anderen Ländern haben wir meist in Hostels gewohnt, die mindestens das Doppelte kosten und bei weitem nicht den Komfort unserer aktuellen Unterkunft bieten. Wir wissen das zu schätzen und fühlen uns sehr wohl hier.

Arbeiten im Coworking-Space

Wenn wir konzentriert und für mehrere Stunden arbeiten wollen, dann suchen wir hier regelmäßig zwei Coworking-Spaces auf. Coworking-Spaces haben Ähnlichkeit zu einer Büroetage oder einem Großraumbüro. Der große Unterschied besteht aber darin, dass die dort arbeitenden Menschen nicht Angestellte derselben Firma sind, sondern unabhängig voneinander arbeiten. Man mietet sich praktisch nur einen Arbeitsplatz mit Schreibtisch und Internetzugang. Die Mietdauer geht von einem Tag bis hin zu längerfristigen Verträgen. Wir nutzen die Coworking-Spaces immer tageweise.

Punspace

Der beste Ort zum Arbeiten ist Punspace. Die Tagesgebühr beträgt umgerechnet 4,50 Euro. Wir kommen meistens mit Rosana und Thiago hierhin und versuchen früh anzukommen (ca. 9 Uhr morgens), denn später wird es hier voll. Das Internet ist gut, es gibt gratis Instantkaffee und Wasser und gegen kleines Geld Softdrinks, Espresso und (Feierabend-)bier.

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CAMP im MAYA Shopping-Center

Der zweite Coworking-Space, den wir besuchen, ist CAMP. CAMP befindet sich im 5. Stock einer großen Shopping-Mall namens MAYA. CAMP bietet nicht nur Arbeitsplätze sondern ist auch ein Café. Statt Tagesgebühren zu zahlen, bekommt man den Internetzugang durch den Kauf von Getränken und Speisen. Ein einfacher Kaffee reicht schon aus und man ist für 2 Stunden im Netz. Konzentriertes Arbeiten ist möglich, aber durch den Cafébetrieb nicht so gut wie im Punspace. Durch das Preismodell ist man aber flexibler und für einen halben Tag ist CAMP die bessere Wahl.

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Durch die Lage im Shopping-Center haben wir den Vorteil, dass wir es nicht weit zum nächsten Restaurant haben und damit den Gang oder die Fahrt durch die Mittagshitze vermeiden können. Im Untergeschoss gibt es einen Bereich mit vielen kleinen Ständen. Hier essen wir sehr häufig. Die Preise sind unschlagbar günstig, für wenig mehr als 1 Euro bekommen wir hier ein Mittagessen.

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Wenn wir genug gearbeitet haben, gönnen wir uns manchmal ein Spiel im angrenzenden ex10, einem Bereich mit verschiedenen Spielautomaten. Oder wir schauen anderen Spielern zu, was nicht weniger amüsant ist. Hier gibt es scheinbar einige Stammgäste, richtige Freaks.

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Cafés in Chiang Mai

Chiang Mai ist ein Paradies für Kaffeeliebhaber. Nachdem wir uns in Neuseeland und Australien bereits verwöhnt haben lassen, müssen wir hier keine Abstriche machen. Die Qualität ist traumhaft gut, jedes noch so kleine Café hat eine ordentliche Kaffeemaschine. Meistens gibt es freies WLAN und einige Digitale Nomaden ziehen zum Arbeiten Cafés den Coworking-Spaces vor.

Szene-Viertel Nimman

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Eine hohe Dichte an guten Cafés gibt es im Viertel Nimman. Hier befindet sich auch unser Lebensmittelpunkt, denn unser Hotel, MAYA und Punspace befinden sich hier. Das Viertel liegt außerhalb der Altstadt im Nord-Westen von Chiang Mai Richtung Universität.

Die Cafés sind modern und hipp und unterscheiden sich nicht von trendigen Plätzen in Berlin oder anderen Großstädten. Hier ein paar Eindrücke, die wir bei einem Streifzug durch die Cafés von Nimman gesammelt haben:

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Double click hat mit seinem Bären sofort meine Sympathie gewonnen, schließlich heißt Björn in den skandinavischen Sprachen Bär.

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Librarista ist eine Mischung aus Café und Bibliothek mit lustigen Figuren im Garten.

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The Coffee Bar ist ein nettes kleines Café mit interessanter Innendeko und einem begehbaren, kultigen Coffee-Schriftzug.

Zwei Cafés in Chiang Mai möchte ich allerdings besonders hervorheben.

Ristr8to

Das Café Ristr8to in Nimman hat spitzenmäßigen Kaffee, darunter auch eigene Kompositionen, fällt aber vor allem mit seiner Latte Art auf. Der Laden ist nicht sehr groß, aber sehr beliebt, so dass wir nicht immer direkt einen Platz bekamen. Ein Muss für Kaffeefans.

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Akha Ama

Akha Ama liegt in der Altstadt nicht weit vom Tempel Wat Phra Singh. Auch hier trifft man auf pure Kaffeeleidenschaft. Der Gründer hat sein Wurzeln in den Kaffeeplantagen im Umland von Chiang Mai, so dass man hier authentischen Chiang-Mai-Kaffee trinken kann.

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Weitere Cafés und ein wichtiger Tipp

Bei unserer Suche nach Cafés haben wir uns im Internet inspirieren lassen, u.a. hier

Aber Vorsicht: Cafés und Restaurants ziehen hier häufig um und Informationen im Web veralten schnell. Im schlimmsten Fall informiert nicht einmal die eigene Webseite über den Standort-Wechsel. Unser Tipp ist, auf Bewertungsplattformen wie TripAdvisor oder HappyCow die letzten Kommentare zu lesen. Diese geben meistens gute Hinweise.

Vegetarische Restaurants und die beste Pizzeria

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So diniert man im Magical Garden.

Chiang Mai ist ein Paradies für Vegetarier. Das liegt vor allem am Buddhismus. Die buddhistischen Mönche ernähren sich vegetarisch und vor allem rund um Tempel haben sich viele vegetarische Restaurants angesiedelt.

Alle Restaurants haben faire Preise, die für deutsche Verhältnisse absolute Schnäppchen sind. Zwischen 2 und 4 Euro bezahlen wir für eine Mahlzeit pro Person. Das Personal ist durchweg freundlich!

Hier unsere bisherigen Favoriten:

Blue Diamond

Leckere Gerichte und Frühstück den ganzen Tag. Nicht rein-vegetarisch, vor allem die Frühstücksoptionen sind gemischt.

Magical Garden

Magical Garden liegt in der Nähe eines prachtvollen Tempels. Uns gefallen vor allem die romantischen Bambushütten (Foto s.o.). Nur Wochentags geöffnet.

Anchan Vegetarian

Vor allem aufgrund der Lage waren wir einige Male hier. Es ist fußläufig vom Punspace erreichbar.

Taste from Heaven

Ich liebe Veggie-Burger. Direkt nebenan ist der großartige Buchladen The Lost Books. Mein Tipp: Erst stöbern, dann mampfen.

Morning Glory

Das Restaurant wäre uns wahrscheinlich nicht besonders aufgefallen. Wir haben hier aber einen Kochkurs (Cooking Class) belegt, der uns sehr gut gefallen hat. Dazu bald mehr.

Street Pizza

Vegetarier und Fleischesser bekommen hier die beste Pizza der Stadt.

Verkehr in Chiang Mai und wie wir von A nach B kommen

Der Verkehr in Chiang Mai ist gewöhnungsbedürftig, wenn man wie ich noch nie zuvor in Thailand war. Der Verkehr ist sehr dicht. Die meisten Fahrzeuge sind Motorroller, die nicht so einfach zu berechnen sind. Jede Straßenüberquerung ist ein kleines Abenteuer und erfordert hohe Konzentration. Der Vergleich zu dem Kult-Computerspiel Frogger liegt auf der Hand. Üblicherweise nimmt man mit der Zeit verschiedene Rollen in diesem Chaos ein.

Zu Fuß

Wir lieben es, zu Fuß zu gehen, da wir es spannend finden, die Umgebung komplett zu erfassen. Das ist hier nicht so einfach. Das Herausforderndste ist die Hitze. Mittags ist es schon sehr belastend, durch die Straßen zu laufen. Außerdem sind die Bürgersteige, sofern vorhanden, in einem schlechten Zustand. Mein Eindruck ist auch, dass wenige Menschen zu Fuß unterwegs sind. Trotzdem können wir es nicht lassen und es ist für kurze bis mittlere Distanzen unsere Hauptfortbewegungsart.

Mit dem Tuktuk

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Ein Tuk Tuk ist ein sehr einfaches Taxi. Bequem ist es für zwei Leute, aber wir sind auch schon zu viert damit gefahren. Der Preis wird im Voraus verhandelt, bezahlt wird bei Ankunft.

Mit dem Songthaeo

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Ein Songthaeo ist eine Mischung aus Bus und Taxi. Bus insofern, dass jederzeit Fahrgäste zu- und aussteigen können, man also nicht alleine fährt. Jeder wird aber wie mit einem Taxi an sein individuelles Ziel gebracht. Auch hier wird vor dem Einsteigen der Preis verhandelt, allerdings gibt es eine Art Standardtarif. Meistens bezahlen wir 20 Baht pro Person (45 Cent), ebenfalls beim Aussteigen. Das Songthaeo ist unser Hauptverkehrsmittel. Übersetzt heißt es „zwei Reihen“, da man auf zwei Bänken Platz nimmt.

Für beide Verkehrsmittel gilt: Es gibt hunderte davon und die Wartezeit spielt sich häufig im Sekundenbereich ab. Songthaeos bringen einen auch aus der Stadt heraus zu weiter entfernten Zielen.

Mit dem Taxi

Wir sind bisher nur einmal mit einem Taxi gefahren, wie wir es aus Deutschland kennen, und zwar vom Flughafen zum Hotel. Der Preis war etwas höher als mit obigen Verkehrsmitteln, aber für deutsche Verhältnisse immer noch sehr günstig.

Mit dem Motorroller

Viele Touristen leihen sich Motorroller, um sich wie die meisten Einheimischen fortbewegen zu können. Wir haben das bisher einmal gemacht, aber nicht für den Alltag, sondern um raus aus der Stadt zu fahren. Dazu im nächsten Artikel mehr.

Was macht ihr noch gleich?

Tina ist Übersetzerin für Deutsch, Englisch und Französisch. Ich bin Softwareentwickler. Wir arbeiten für deutsche Kunden. Falls wir gerade keine Aufträge haben, gehen wir anderen Projekten nach. Dieser Blog gehört dazu, aber auch unser Internetprojekt monkkee.com.

11 Kommentare zu „Chiang Mai Teil 1: Leben, Arbeiten, Kaffeetrinken

  1. Bischi

    Mensch, Mensch…das klingt ja alles traumhaft! Da bleibt mir (und anderen) ja wohl nur zu hoffen dass ihr überhaupt noch mal zurück kommt…!

    Eine Frage; wer oder was ist „Rosana und Thiago“???

    Antworten
  2. Katrin

    Wenn man so lange unterwegs ist kann es auch sehr reizvoll sein eine Weile irgendwo zu bleiben und „ganz normal“ zu leben 🙂
    aber bekommt ihr was von der politischen Situation / dem Militärputsch mit?

    Antworten
    1. Björn Weinbrenner Artikelautor

      Am deutlichsten spürbar ist die Ausgangssperre. Geschäfte, Bars und Restaurants schließen früher. Heute haben wir das erste Mal viele Soldaten in Chiang Mai gesehen, die aber einfach nur Präsenz zeigen. Wir beobachten das Geschehen aufmerksam, können aber aktuell gut mit der Situation leben.

      Antworten
  3. Rahel

    Ja so lässt sich´s leben !!
    Klingt nach einer guten Reiseoption
    -hmm lecker essen 😉
    Lasst es euch weiter gut gehen.
    Knutschi !!!

    Antworten
  4. Michael

    Hallo Björn,

    auch ich habe vor im Laufe der kommenden Woche nach Chang Mai zu kommen, um von dort aus ein paar Wochen als digitaler Nomade zu arbeiten. Bin deshalb mal auf die Homepage eures Hotels, allerdings werden da umgerechnet um die 30 Euro anstatt die von dir angegebenen 11 aufgerufen. Haben sich die Preise geändert oder bekommt man vor Ort günstigere Konditionen, kannst du noch Alternativen empfehlen? Vielen Dank für deine Ratschläge!

    Antworten
    1. Björn Weinbrenner Artikelautor

      Hallo!

      Am günstigsten ist es, wenn du einfach hinfährst. Aktuell sollte das kein Problem sein, es werden Zimmer frei sein. Der große Preisunterschied wundert mich. Vor Ort solltest du für 490 THB ein günstiges Zimmer bekommen, die nächst bessere Kategorie für 600 THB. Bei der besseren Kategorie gibt es die Möglichkeit, sich für einen Monat zu binden für 500 THB. Eine Alternative weiß ich nicht, da wir die ganze Zeit über nur im Sakulchai Place waren.

      Viele Grüße
      Björn

      Antworten
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