Bangalore und Heimkehr nach Deutschland

Zugfahrt von Hospet nach Bangalore und Unterkunft über Airbnb

Die Fahrt von Hospet nach Bangalore war unsere erste Übernachtfahrt in Indien. Bisher hatten wir uns immer für Zugfahrten tagsüber entschieden, um mehr vom Land zu sehen. Da wir unterwegs arbeiten konnten, war die Zeit auch nie wirklich verloren. Für Reisende mit engem Zeitplan können Übernachtfahrten aber sehr vorteilhaft sein.

Wir fuhren (oder besser schliefen) in der 1. Klasse und das war sehr komfortabel. Wir teilten uns das Abteil mit zwei sympathischen Indern. Unser Abteil war außerdem abschließbar, so dass wir uns sehr sicher fühlten.

In Bangalore kamen wir sehr früh an, es war noch keine 7 Uhr. Wir fuhren zunächst zu unserer Unterkunft, um unser Gepäck dort zu deponieren. Tuktuks sind um diese Uhrzeit übrigens teurer und es ist schwer zu handeln.

Unsere Unterkunft hatten wir über Airbnb gebucht. Es war ein privates Zimmer im Appartement von Vineeta & Navin. Die beiden sind einfach superlieb und bestimmt die besten Gastgeber in Bangalore! Dass sie uns so frühmorgendlich empfingen, damit wir unser Gepäck abstellen konnten, war echt klasse. Unser Zimmer hat uns gut gefallen.

Danach haben wir bei Au Bon Pain an der Brigade Road gefrühstückt, da es eines der wenigen Cafés ist, wo man um 8 Uhr frühstücken kann.

Cobalt Coworking Space

Bangalore gilt als eine der fortschrittlichsten Städte Indiens. Die Stadt ist bekannt für ihre hohe Anzahl an IT-Unternehmen und ihren unternehmerischen Geist. In unseren zwei Tagen in Bangalore haben wir daran teilhaben können, indem wir den Coworking Space Cobalt BLR aufgesucht haben. Cobalt ist sehr liebevoll eingerichtet. Wir fühlten uns an unsere Zeit in Chiang Mai erinnert, wo wir häufig in Coworking Spaces gearbeitet haben.

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Im gleichen Gebäude ein Stockwerk höher befindet sich ein Ausstellungs- und Veranstaltungsraum. Wir hatten das Glück, dass hier ein tolles Event stattfand, eine Fotoausstellung inklusive Konzert. Das lustige daran: Veranstaltet wurde das Event vom MOD Institute, einer interdisziplinären Organisation mit Sitz in Bangalore und Berlin(!). Ein Tag vor unserer Heimreise war das ein witziger Zufall.

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Tolle Fotos von AJ Sharma

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Das Konzert war echt cool und hätte auch im szenigen Berlin stattfinden können. Die Gäste kamen scheinbar auch aus der ganzen Welt. Unser Eindruck vom modernen Bangalore bestätigte sich.

Bollywood, die Dritte

In puncto Bollywood haben wir uns sehr gebührend aus Indien verabschiedet. Nachdem wir bereits in Mumbai und Pune im Kino waren und große Freude hatten, bekamen wir endlich ihn zu sehen: Shah Rukh Khan, den indischen Superstar. Er hat bisher in über 50 Filmen mitgespielt und gehört zu den reichsten Schauspielern der Welt. Gerade international verbinden viele Menschen Bollywood mit seinem Gesicht.

Wir haben den Film Happy New Year gesehen. Wieder einmal wurde die komplette Liebe-Tanz-Musik-Action-Humor-Palette bedient. Großartig! Den Film haben wir im altehrwürdigen Kino Rex Theatre gesehen.

Kultur und Sightseeing

In Bangalore haben wir die National Gallery of Modern Art besucht. Die aktuelle Ausstellung war eine Fotoausstellung mit Werken des Fotografen Kulwant Roy, die viele Fotos aus der Zeit Mahatma Gandhis enthielt. Kurz vor unserer Abreise konnten wir so noch unser Wissen über die indische Geschichte aufbessern.

Eher zufällig sahen wir auf dem Rückweg das imposante Gebäude Vidhana Soudha.

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Vidhana Soudha

Goodbye, India!

Bevor wir das Land verließen, haben wir natürlich noch ein paar Mal gut gegessen. Etwas gehobener war das vegetarische Restaurant Green Theory. Interessanter war aber ein Restaurant an der Residency Road, das uns Navin empfohlen hatte. Das Essen wird direkt von Bananenblättern gegessen. Auch die Soßen wurden vorher einfach auf das Blatt gekippt. Es hat gut funktioniert und war wie immer lecker, lecker, lecker!

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Dass man in Indien ohne Besteckt isst, kannten wir ja schon. Ohne Teller war auch für uns neu.

Unser Flug von Bangalore nach Frankfurt ging um 3:45 Uhr Ortszeit. Wir verbrachten also die halbe Nacht auf dem Flughafen. Während ich in der Vergangenheit großen Wert auf Direktflüge gelegt habe, werde ich in Zukunft auch die Uhrzeiten stärker in die Planung einbeziehen. Eventuell hätte hier ein Flug mit Zwischenstopp um eine günstigere Uhrzeit mehr Sinn gemacht.

Ansonsten war der Flug problemlos. Nur weil Lufthansa draufsteht, haben die Beine leider nicht mehr Platz, aber irgendwie hat es funktioniert und wir haben sogar ein paar Stunden Schlaf abbekommen.

Da wir befürchteten, durch die ungünstige Flugzeit wie Zombies in Deutschland anzukommen, wollten wir nicht direkt zu unseren Eltern durchfahren. Stattdessen haben wir noch einen Zwischenstop bei Freunden in Wiesbaden eingelegt. So schlimm war es mit uns aber doch nicht und am nächsten Tag ging es weiter ins Münsterland.

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So sehen Sieger aus. 11 Monate auf Reisen ohne Zwischenfälle und bei bester Gesundheit. Nur die Hose hat die Reise nicht ganz überlebt.

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Ob das Wort vor unserer Abreise 2013 auch schon Wagenreihungsplan hieß oder noch Wagenstandsanzeiger?

 

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Toller Empfang: Unsere Eltern empfingen uns gemeinsam.

Heimatgefühle und kleines Resümé

Wehmut nach 11 Monaten auf Reise? Bedauern, dass der Alltag einen innerhalb weniger Tage wieder im Griff hat? Keineswegs! Wir hätten die Möglichkeit gehabt, auch noch ein Jahr länger zu reisen, aber wir wollten zurück nach Deutschland zu Familie und Freunden. Wir wollten zurück in unsere Heimat.

Aber ganz so extrem war es dann auch wieder nicht. Unser Plan war ein Umzug nach Berlin, eine Stadt, die wir bisher nur als Gäste kannten. Eine Großstadt mit vielen Möglichkeiten und internationalem Flair, wo man auf eine gewisse Art und Weise auch im Alltag reisen kann. Es wartete eine spannende Zeit auf uns!

Unsere Reise war eine tolle Zeit, von deren Erlebnissen wir immer noch zehren und wohl immer zehren werden. Wir haben unsere Entscheidungen inklusive vieler Planungsdetails keinen Tag bedauert. Wir können allen Lesern, die mit einer Weltereise-Entscheidung hadern, nur Mut machen. Vieles gestaltet sich viel einfacher als es zunächst scheint und das Erlebte ist ein großer Schatz.

Vielen Dank für die vielen netten Nachrichten während der Zeit. Auf diesem Blog wird weiter gereist, wahrscheinlich in nächster Zeit nicht mehr so lange und so weit weg.

4 Kommentare zu „Bangalore und Heimkehr nach Deutschland

  1. Jörn

    Hallo Björn und Tina,

    wir sind seit November 2014 auf Weltreise, derzeit in Vietnam. Euer Blog hat uns inspiriert und oft weitergeholfen. Vielen Dank für die schönen Schilderungen und viel Spaß und Erfolg in Deutschland (und auf künftigen Reisen). 🙂

    Viele Grüße,

    Jörn und Tina (kein Witz! ;))

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  2. Oli

    Kleine Frage zum Coworking in Bangalore: Ich hatte in Indien immer grosses Probleme mit der Geschwindigkeit des Internets. Es war eigentlich fast immer so unerträglich langsam, dass es praktisch unmöglich war, die Webseite zu aktuallisieren. Meine Erfahrungen liegen allerdings schon ein paar Jahre zurück. Wie hast du das erlebt? Ist Bangolore besser als der Rest des Landes und hat sich die Geschwindigkeit in Indien insgesamt ins Erträgliche verwandelt?

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    1. Björn Weinbrenner Artikelautor

      Hallo Oli!

      Das Internet war im Großen und Ganzen ok. Richtige Probleme hatten wir dort, wo sie zu erwarten waren, z.B. in Hampi oder in Matheran. In den Städten war es kein Problem. Die Internetverbindung mit der Vodafone-SIM-Karte war auch super. Scheinbar hat sich da einiges bewegt in letzter Zeit.

      Viele Grüße
      Björn

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