Ankunft in Taipeh und die ersten drei Tage in Taiwan

Flug

Bevor es mit dem Flugzeug nach Taiwan ging, haben wir noch eine Nacht in Frankfurt verbracht. Wer selbst einmal in der Situation ist, dass ein Flug vormittags geht: Das Meininger Hostel am Frankfurt Flughafen ist eine absolute Empfehlung.

Als wir dann am Morgen im Flugzeug saßen, mussten wir dort noch vier Stunden ausharren, bevor es losging. Es musste zunächst ein kleiner Defekt behoben werden. Insgesamt haben wir also über 16 Stunden im Flugzeug verbracht. Mit Film gucken, Musik hören, Arbeiten und Schlafen. Skurril war eine Situation, in der doch tatsächlich McDonalds-Burger als Vorspeise zum Abendessen verteilt wurden.

Ankunft in Taipeh

Wir wohnen in Taipeh im Hostel On My Way. Das Hostel ist sehr gut. Einziges Manko: Unser Zimmer hat kein Fenster und zum Flur hin gibt es Luftschlitze, durch die Licht und ggf. Lärm dringen kann. Ansonsten ist aber alles top gepflegt und wir haben gerade noch eine Nacht für nächsten Sonntag gebucht.

In Taipeh haben wir uns mit einer taiwanesischen Freundin von Tinas Cousine getroffen. Wir kannten sie bis dahin nur von Facebook-Nachrichten, aber wir waren uns sofort vertraut. Nach einen Mittagessen sind wir gemeinsam mit ihr und zwei weiteren Freunden von ihr in Richtung des Teeanbaugebiets Maokong aufgebrochen. Auf Empfehlung haben wir eine sogenannte EasyCard für das Fahren mit Metro und Bussen gekauft. Der Name ist Programm, das ist total easy. Man kann die Karte immer wieder mit neuem Guthaben aufladen und hält sie vor und nach den Fahrten an den Ein- und Ausgängen an Sensoren. Der Fahrpreis wird automatisch berechnet und vom Guthaben abgezogen.

Eigentlich wollten wir mit einer Seilbahn ins Maokong hinauffahren, aber es waren an diesem Tag so viele Menschen dort, dass wir eine Stunde hätten warten müssen. Also sind wir hin mit dem Bus und zurück mit dem Taxi.

Tina und Björn - Trotz Jetlag überglücklich. Der Traum von der Weltreise hat begonnen.

Tina und Björn – trotz Jetlag überglücklich. Der Traum von der Weltreise hat begonnen.

Im Maokong gibt es ganz viele Teehäuser, in denen man eine traditionelle Teezeremonie erleben kann. Durch unsere taiwanesischen Fremdenführer konnten wir diese selbst durchführen. Ansonsten kann man auf das Personal der Teehäuser zurückgreifen. Der Tee wird in einem Kännchen aufgegossen und nach kurzer Zeit in ein zweites Kännchen umgefüllt. Dieses wird dann zum Portionieren in kleine Tässchen (wie Schnapsgläser aus Porzellan) verwendet. Das Ganze wird mehrfach wiederholt, so dass man trotz der kleinen Tassengröße einigen Tee trinkt.

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Beginn der Zeremonie mit dem Ausspülen der Kanne. Anschließend immer wieder Aufgießen, Umfüllen, Einschenken, Trinken.

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Vom Maokong hat man einen tollen Blick auf Taipeh und das Taipei 101, das (noch) dritthöchste Gebäude der Welt.

Nach der Zeremonie haben wir abschließend zusammen zu Abend gegessen. Vorher haben wir mit fremder Hilfe noch eine SIM-Karte gekauft, um in Taiwan mobiles Internet zu haben. Die SIM-Karte können Touristen am Besten am Flughafen kaufen, denn in einem normalen Shop muss man eine taiwanesische Adresse nachweisen.

Frühstücken im Barista Coffee

Am nächsten Morgen haben wir uns in das Finanzdistrikt aufgemacht. Eigentlich wollten wir in eine Filiale des REGUS Business Club und dort arbeiten. Dafür braucht man aber eine Mitgliedskarte, die ich im Hostel vergessen hatte, also sind wir in das Café Barista Coffee nebenan gegangen.

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So sieht ein mobiles Büro aus

In Taipeh gibt es überall WLAN. Die meisten Cafés bieten einen freien Zugang an und es gibt sogar ein öffentliches WLAN im Zentrum der Stadt. So ließ sich im Barista Coffee ein Frühstück mit dem Arbeiten verbinden.

Taipei 101

Direkt nebenan steht das Taipei 101. Von 2004 bis 2009 war es das höchste Gebäude der Welt. Auf dem Weg dorthin zeigte sich uns ein seltsames Bild: Direkt neben dem Hightechgebäude liegt ein Feld, auf dem ein Bauer arbeitete. Das ist ein nur ein Beispiel dafür, wie gegensätzlich Taipeh sich teilweise präsentiert.

Links der Taipei 101, recht ein Bauer mit Reishut

Links der Taipei 101, ganz rechts ein Bauer mit Reishut

Von der Aussichtsplattform hat man eine tolle Sicht auf Taipeh. Allerdings leicht verschleiert aufgrund des ewigen Smogs.

taipeh_taipei_101_aussicht

Danach haben wir erneut eine Arbeitssession in einem Café eingelegt, im Toast Chat. Das war sehr gemütlich und es gab leckeren Kuchen zum Abendessen.

taipeh_toast_chat

Auf dem Nachhauseweg war es schon dunkel und der Taipei 101 zeigte sein Lichterspiel. In Hochform kommt er regelmäßig an Silvester, wenn ein gigantisches Feuerwerk von dem Gebäude abgeschossen wird.

taipeh_taipei_101_bei_nacht

Vegetarisches Buffet zum Frühstück

taipeh_yuan_tong_buffet

Am nächsten Morgen sind wir dieser Empfehlung von HappyCow folgend zum Yuan Tong, einem Restaurant in der Nähe des bekannten Shilin Night Market, gefahren. Es gab zwar kein Western Style Breakfast, wie es fälschlicherweise bei HappyCow heißt, dafür aber ein leckeres Buffet. Alles was gut aussah haben wir auf den Teller gepackt und am Ende 1,50 € pro Person gezahlt. Dabei waren auch Dinge, die wir nicht kannten und deren Geschmack für uns neu war. Aber wirklich alles war lecker! Absolute Empfehlung!

Juifen

Anschließend sind wir nach Juifen gefahren, ein Ort ca. 1,5 Stunden von Taipeh entfernt und eine bekannte Touristenattraktion. Durch den Ort führt eine kleine Einkaufsgasse mit zahlreichen Geschäften und Marktständen.

juifen

juifen_drachen

Kulinarisch ging es auch hier interessant zu, denn wir haben den berühmten Stinky Tofu probiert. Es roch aber nicht so schlimm wie in meiner Vorstellung und war sehr lecker. Außerdem gab es für uns einen eingerollten Teigfladen mit geraspelten Erdnüssen und Eis sowie Kräuterkräcker mit weißem Nougat.

Hot Springs

Nach einer kurzen Erholung im Hostel sind wir zu einer nahegelegenen heißen Quelle gelaufen. Hot Springs gibt es viele im Norden von Taipeh. Entgegen meiner bisherigen Vorstellung entsprechen diese aber nicht heißen Pools inmitten der Natur. Die von uns aufgesuchte war eher ein Mini-Hallenbad. Das Baden dort ist vergleichbar mit dem Saunieren. Man muss fit sein und sollte sich nicht zuviel zumuten, man hat sich leise zu verhalten und ist nackt.

Anschließend wollten wir noch was essen und haben uns nach den vielen kulinarischen Eindrücken für etwas Westliches entschieden: Pizza Hut. Denkste! Selbst die Pizza dort hatte so einen verrückten Geschmack und ich weiß nicht was auf meiner drauf war.

Kultur, Sprache und westliche Touristen

Ein paar abschließende Worte zu unserem bisherigen Eindruck von Taiwan und dazu, wie wir ohne Mandarin-Kenntnisse zurecht kommen. Wir sind erstaunt, wie wohl wir uns hier fühlen. Alles läuft hier doch sehr ähnlich ab verglichen mit Europa. Vor allem sehr gesittet, z.B. wenn sich die Bürger von Taipeh in eine Schlange stellen, um in die Metro zu kommen.

Wir kommen mit Englisch einigermaßen zurecht, aber nicht immer. Selbst in Taipeh gibt es Geschäfte, in denen niemand Englisch spricht. Darauf muss man sich einstellen. Mal sehen wie das in Taichung sein wird, wo wir ab Mittwoch zwei Tage verbringen werden.

Es sind übrigens kaum Nicht-Asiaten hier. Tina und ich sind Aliens!

9 Kommentare zu „Ankunft in Taipeh und die ersten drei Tage in Taiwan

  1. Sebe

    Toll! Hätte nie gedacht, dass Taiwan soviel zu bieten hat. Schließlich kennt man nur den Tower.
    Ganz viel Spass noch und lasst es Euch gut gehen!

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  2. Der Tekl

    Mensch, schön von euch zu lesen. Hört sich ja super an.

    > …man hat sich leise zu verhalten und ist nackt.

    Hehe, das beides in Kombination ist euch sicher schwer gefallen. 😉

    Aber was meint ihr eigentlich mir Arbeiten? Bloggen oder habt ihr schon Aufträge mitgenommen?

    Liebe Grüße

    Antworten
  3. Julian

    Danke für die Erwähnung….. habe vor kurzem meine Regus-Karte verloren, man kommt aber trotzdem rein. Einfach Namen sagen, die schauen dann im Computer.

    Gruß,

    Julian

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  4. steilz.

    Hey das hört sich ja super an,
    kenne da jemanden dem das Herz höher schlägt wenn sie diesen Bericht liest!!!!

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  5. detailjaeger

    Toller kurzer Bericht! Wir sind aktuell in Taiwan und schauen mal, was wir so erleben 🙂

    viele Gruesse
    Bjoern vom detailjaeger Reiseblog

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