Tag 9 – Abstieg und Weiterfahrt nach Bishop

Wir wollten eigentlich zwei Tage in der Wildnis bleiben. Wir hatten alles dafür eingepackt, aber der Tag hielt wettertechnisch nichts für uns bereit. Es fängt früh morgens an zu regnen. Und hört erstmal nicht auf. Aus dem Regnen wird dann Schneeregen. Um 6.30 Uhr stehen wir auf. Wir ziehen uns Regenklamotten an und machen einen Morgenspaziergang zum Upper Lake. Der Himmel ist zugezogen, aber die Natur ist wunderschön. Um uns herum gibt es mehrere Berge mit schneebespickten Gipfeln. Die Lakes sind klare Bergseen. Immer noch kein Bär in Sicht, ich weiß aber auch nicht, ob die sich hier oben wohlfühlen. Auf der gesamten Wanderung haben wir relativ wenig Tiere gesehen.

Im Hintergrund der Upper Lake und schneebedeckte Gipfel. Im Vordergrund ein genesener Wanderer

Im Hintergrund der Upper Lake und schneebedeckte Gipfel. Im Vordergrund ein genesener Wanderer

Zurück am Zelt kochen wir erstmal Kaffee. Wir haben beschlossen, nicht noch einen Tag dran zu hängen. Wir fühlen uns ein bisschen matschig, es regnet die ganze Zeit und es scheint nicht so, dass sich das Wetter kurzfristig ändern wird. Das Kaffeewasser entnehmen wir dem mitgebrachten Trinkwasser. Es dauert allerdings diesmal länger es aufzukochen. Nach 25 Minuten kocht es immer noch nicht. Egal. Wir gießen den Kaffee auf und für die Entfernung zur Zivilisation schmeckt der auch ganz schön gut.

Wir bauen das Zelt ab. Das ist natürlich nass und von unten recht schmutzig. Wir haben einen Lappen mit und trocknen es leicht ab, aber glücklich sind wir nicht.

Der Abstieg läuft wesentlich angenehmer als der Aufstieg. Das Gewicht ist geringer, wir können etwas kompakter packen. Um 14.45 Uhr kommen wir am Auto an. Unsere Sachen sind alle noch im Anti-Bären-Container. Wir geben die Bear Can ab und machen uns auf nach Bishop.

Bishop fiel mir bei der Reisevorbereitung auf, weil es zwischen Yosemite und Las Vegas liegt und gut als Zwischenstop passt. Was mich auch reizte waren die heißen Quellen, die hier sprudeln sollen. Im Reiseführer fanden wir dann noch weitere heiße Quellen noch vor Bishop, Hot Creek genannt. Dort angekommen müssen wir feststellen, dass man diese lediglich besichtigen, aber nicht darin baden kann. Wir fahren daher sofort weiter. Außerdem ist es so heiß, dass uns die Lust an heißen Quellen vergeht. Ein Motel oder Hotel mit Pool spricht uns mehr an. Und nach der Wilderness haben wir uns das verdient.

Hot Creek. Baden aktuell nicht erlaubt

Hot Creek. Baden aktuell nicht erlaubt

Auf der Fahrt dorthin haben wir die bisher am besten ausgebautete Straße. Zweispurig, die Fahrbahnen weit voneinander entfernt (es gibt hier so viel Platz, dass eine bauliche Trennung nicht notwendig ist, man lässt einfach 20m dazwischen frei). Hier macht es Sinn den Tempomaten (Cruise Control) zu nutzen. Ich empfehle bereits vor Abfahrt die Bedienungsanleitung des Autos zu lesen, um alle Funktionen des Tempomaten nutzen zu können. Meistens haben wir dann die erlaubte Geschwindigkeit + 1 oder 2 mph eingestellt. Mehr nicht, Rasen ist hier verpönt und auch überholt wird selten.

Ab jetzt ein häufiges Bild: Leere Straßen und weitläufige Landschaften. Geschwindigkeitsangaben sind regelmäßig ausgeschildert.

Ab jetzt ein häufiges Bild: Leere Straßen und weitläufige Landschaften. Geschwindigkeitsangaben sind regelmäßig ausgeschildert.

Unser Hotel in Bishop ist das Vagabond Inn, aber auf der Straße gibt es noch mehrere. Wir haben nicht reserviert, aber es sind Zimmer frei. Uns gefällt es gut. Wir haben einen Pool, ein Jacuzzi, Strom, Gratis-WLAN, einen Waschsalon und zwei große Betten sowie ein Frühstück.

Das WLAN nutzen wir dazu, eine Unterkunft für den nächsten Tag zu organisieren. Nächstes größeres Ziel ist der Grand Canyon, aber die Fahrt dorthin ist uns zu weit, um sie an einem Stück zu machen. Wir finden bei Airbnb ein Angebot in Pahrump, kurz vor Las Vegas und von uns aus hinter dem Death Valley. Wir fragen uns, ob das so spontan noch klappt, aber alles kein Problem. Außerdem lösen wir das Geheimnis um den amerikanischen Kaffee. Dieser ist üblicherweise gröber gemahlen und sagt Europäern häufig nicht zu. Jetzt wissen wir, warum wir so viel Pulver verwenden müssen.

Und zur Belohnung für die Wildnis-Tour gibt es noch Pizza von Pizza Factory, zwei Häuser entfernt. Die Pizza ist gut, allerdings zu groß. Produkte wie Pizza, Softdrinks oder Kaffee werden häufig in verschiedenen Größen angeboten. Meine Faustregel: Immer die zweitkleinste Größe nehmen, das passt meistens. Zur Pizza gibt es noch ein kühles Bier und der Tag hatte seinen gelungenen Abschluss.

Lecker!

Lecker!

Kosten
Hotel 100 $
Pizza 40 $

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